Exit Music
Corinne Bailey Rae – Corinne Bailey Rae (2006)
Corinne Bailey Rae – Corinne Bailey Rae (2006)

Corinne Bailey Rae – Corinne Bailey Rae (2006)

8.5

Genre: , , ,
Label: EMI

Erstellt am: 07.04.2006
Autor:
Erstellt am: 07.04.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Just nice…

Wie wenig es doch braucht und wie
leicht es manchmal ist, Schönes zu erschaffen. Und welch’ Freude das
Leben bereitet, wenn man Gefallen an einfacher Schönheit findet.

Corinne Bailey Rae gehört zu einer speziellen und
relativ seltenen Gattung von Musikern. Sie macht nämlich genau das, was
hunderte und tausende vor ihr schon getan haben und ist trotzdem und
ohne sich bemühen zu müssen einzigartig und unverkennbar. Sie ist
hübsch, jung und singt in elf von elf Liedern über die Liebe. Kennt das
jemand irgendwoher? Mal anders gefragt: Gibt`s jemanden, der das nicht
von überallher schon kennt? Corinnes Erklärung, dass sie über Facetten
der Liebe singen würde, die andere nicht thematisieren, nimmt man da
mit einem Lächeln zur Kenntnis. Als ob es heute noch irgendeine
Zellfaser der Liebe geben würde, die noch nicht seziert und besungen
wurde.
Dennoch kann ihr Debütalbum eine Einzigartigkeit für sich beanspruchen,
die es hörenswert und vor allem sehr liebenswert machen. Ihre Stimme
hat nicht die Power von Joss Stone, nicht den seidenweichen Klang von
Katie Melua, sie hat auch nichts Spezielles wie Norah Jones` süsses
Näseln. Es ist eigentlich nicht der Klang der Stimme, es ist Bailey
Raes Art, ihre Stimme einzusetzen. Zweifelsohne hat sie eine sehr
hübsche, sanfte Stimme, aber hübsche Stimmen gibt es so viele wie
Liebeslieder. Sie verschmilzt mit Melodie und Rhythmus (und beides gibt
es hier reichlich), kann ganz leise und zart sein, kann kantig und
voluminös singen und manchmal auch ein bisschen reiben und krächzen.
Begleitet wird sie von einem ordentlichen Sortiment an Instrumenten.
Neben der Normalbesetzung von Gitarre & Co. überzeugen vor allem
die häufig eingesetzten Bläser und Streicher, die viel zum
gemütlich-warmen Wesen der Musik beitragen. Alles zusammen hat viel
Soul, eine Spur Jazz und einen schlicht unwiderstehlichen Charme. Die
Produktion ist glatt und gleichzeitig echt und persönlich, absolut
massentauglich und doch anspruchsvoll, so simpel wohlgefällig und doch
erfreulich vielseitig und bleibt von Anfang bis Ende auf demselben
Niveau. „Corinne Bailey Rae“ ist für ein Debütalbum auf fast
beängstigende Weise perfekt. Perfekt, wenn man berücksichtigt, was man
von der klassischen „Hübsche Frauenstimme singt über Liebe“-Formel
erwarten darf.
Eindeutig eine jener Scheiben, die man blind kaufen kann und weiss,
dass man es nicht bereuen wird. Müsste man es in einem Wort ausdrücken,
wäre es „schön“. Nichts Aufwändigeres und nichts Einfacheres. Einfach
nur schön.
Seit 3. März 2006 im Handel.

Anspieltipps: Trouble Sleeping; Choux Pastry Heart
Trackliste: 1) Like A Star; 2) Enchantment; 3) Put Your Records
On; 4) Till It Happens To You; 5) Trouble Sleeping; 6) Call Me When You
Get This; 7) Choux Pastry Heart; 8) Breathless; 9) I`d Like To; 10)
Butterfly; 11) Seasons Change
similar artists: Skye, Norah Jones, Joss Stone, Katie Melua, India.Arie, Martina Topley-Bird, Lizz Wright , Rebecca Facey

Bio:
Unspektakulär aber nett wie ihre Musik ist ihre Geschichte: Die kleine
Corinne, geboren in Leeds UK als Tochter eines Inders und einer
Engländerin und älteste von drei Schwestern, sang im Kirchenchor. Ein
Förderer erkannte ihr Talent und schenkte ihr eine E-Gitarre, was ihre
Begeisterung fürs Musizieren weiter förderte und sie der Rockmusik
näher brachte. Als 15-jährige gründete sie mit Freundinnen zusammen die
Rockband „Helen“ die es zu lokaler Bekanntheit brachte, sich aber bald
wieder auflöste, als die Bassistin schwanger wurde. Bezüglich der Musik
nun ein bisschen orientierungslos studierte sie an der Uni in Leeds
englische Literatur und sang am Abend gelegentlich in einem Jazz-Club.
Nun fasste sie entschlossen eine Solokarriere ins Auge und begann
eigene Songs zu schreiben. Heute, im Alter von 26 Jahren, steht sie bei
EMI Records unter Vertrag und hat ihr erstes Album veröffentlicht.

Corinne Bailey Rae
Diskographie:
> Corinne Bailey Rae (2006)