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Contrails – Mania
Contrails – Mania

Contrails – Mania

5.0

Genre: ,
Label: Cloud Contact Records

Erstellt am: 26.01.2015
Autor:
Erstellt am: 26.01.2015   Autor:

Rezensionen

Zu überladen berührt nur schwer

Im letzten Jahr veröffentlichte Contrails, die Wiener Band rund um den Songschreiber und Kopf der Truppe, Stefan Sieder, ihr zweites Album. Einen Vorgeschmack bot bereits die 2013 veröffentlichte EP „The Safe Place“. Grund genug, die limitierte CD genauer unter die Lupe zu nehmen. 

Das schön gestaltete Album im Kartonkleid gibt den Startschuss mit dem Song Transmitter. Eine futuristische Karussellfahrt, die sich durch Klangklüfte schlängelt. Durchwegs mit einer positiven Energie und trotzdem ist man sich nicht ganz sicher. Mit Synth-Klängen geht es weiter, No Reason To Go weiss gekonnt mit einer elektronischen Leichtigkeit umzugehen. Das knapp fünfminütige Stück ist mir aber zu seicht. Es plätschert so vor sich hin, ohne einen zu fesseln. Contrails spart auch in Realignment nicht an Klangvielfalt, was in diesem Fall aber leider zu stark wie ein Brei daher kommt. Zu viele Einflüsse verwirren mir am Ende den Track, schade eigentlich. We Don’t Speak Today geht sparsamer um mit den Zutaten. Stimmlich glaube ich Sieder nun auch. Dieses verträumte, melancholische kommt gut zur Geltung im Stück. Sure to Come, vermochte mich als einzelnes Stück nicht überzeugen. Eingebettet im Album, vielleicht. Harbors dagegen hebt die Schwäche. Endlich kommen schwere Tiefen, die berühren. Tiefgründige Atmosphäre, passende Vocal-Teile und ein geniales Klavier, dieses Stück hat es. In The Dark fällt mir in ein altes Muster hinein. Zu aussagearm, zu wenig Fleisch am Knochen. Dass Contrails durchaus die Ader zum Spiel mit der atmosphärischen Stimmung haben, beweisen sie sehr schön im Outro des gleichen Titels und plötzlich ist man wieder berührt. Mania knüpft an das starke Outro an und überzeugt durch eine gewisse Einfachheit. Diesmal passt es auch, nicht zu überladen, ein angenehmer Drive. Wenn man glaubt, man sei am Ende angelangt, überraschen Contrails noch mit einem Bonus Track. Genau, was man benötigt, um dann doch noch im Dream-Pop anzukommen.

Contrails wollten für meinen Geschmack zu viel auf Mania. Oft resultiert dies in einem Klangbrei und vermag nicht zu berühren. Wirklich schade, denn in Stücken wie Mania oder Harbors blitzt die Qualität der Wiener auf.

Seit dem 12. Dezember 2014 erhältlich.