Exit Music
Christine Owman – Little Beast
Christine Owman – Little Beast

Christine Owman – Little Beast

6.5

Genre: ,
Label: Glitterhouse

Erstellt am: 29.01.2013
Autor:
Erstellt am: 29.01.2013   Autor:

Neuerscheinungen

Unter die Haut

Nicht ein kleines sondern ein grosses Biest ist Protagonist in Christine Owmans Musik. Und damit ist nicht etwa Gastsänger Mark Lanegan gemeint.

Ah, der wieder. Mark Lanegan. MIt einer weiteren Kollaboration. Ich frage mich, ob es Lanegan war, der die Zusammenarbeit suchte, weil hinter dem Namen Christine Owman eine talentierte, junge Musikerin steckt, die den grossen Durchbruch machen könnte. Oder war es Owman, die auf zwei Songs eine unverkennbare Stimme für ein Duett suchte? Oder waren es einfach Kontakte, die spielten? Oder eine zufällige Bekanntschaft? Oder Freundschaft? Egal. Mark Lanegan tanzt auf vielen Hochzeiten

Es f&¨llt auf, dass er Owman auf den beiden auffälligsten Songs auf „Little Beast“ begleitet. Es sind jedoch nicht die besten. „One of the Folks“ ist ein nüchternes Duett, das mit wenig Musik auskommt. Christine Owman spielt vor allem Cello und die singende Säge, die bei diesem Song ein düsteren Hintergrund geben und so der düsteren Coolness der Stimmen entgegenkommt. Der Refrain ist im ersten Moment stark. Beim zehnten Mal dann auch langweilig. Es reicht aber, das Eis zu brechen. Wenn Owman im folgenden sphärischen „Fear & the Body“ mit feiner Stimme und Gitarrenklimpern den dichten Wänden entgegentritt, dann berührt das aber noch stärker.
Und darauf kommt rechtzeitig die vermeintliche Single: Gelangweilt und deutlich verlangsamt entsteht ein knorriges Duett zwischen den beiden, das dabei mehr einem abgemühten Kampf gleicht. Das Cello und die Säge passen sich der Stumpfheit an. Die Wirkung ist gross.Der Einfluss von Lanegan darf hier nicht überschätzt werden, auch wenn die beiden Songs stimmlich herausstechen.

Die benebelte und kühle Grundstimmung, die stark an Anna Aaron oder Keren Ann erinnert,  schafft Owman selbst  – mit ihrer singenden Säge und der monotonen Perkussion: das kalte „Deathbed“ lebt davon. Beim stark reduzierten und etwas arg schweren „Day 1“ ist es dann eine Spur zuviel der Leere.

Leben und Takt kommen ausgerechnet in „Devil’s Walk“ zum Vorschein, bei welchem die Schwedin Christine Owman von einer Todessehnsucht säuselt und haucht – wie übrigens auch auf dem so benannten nächsten Song. Stark ist, wie sie ihr ihre müde Verzweiflung vermittelt, auch wenn die Höhrer nach einer Weile selbst davon belastet werden.

In „Little Beast“ hats wenig Wärme drin. Man ist froh, dass die Säge zwischendurch sägt und der Lanegan zweimal reagiert. Immerhin.

Hier noch eine Liste mit allen Künstlern mit denen Mark Lanegan zusammen gearbeitet hat – und mir in den Sinn kommen: UNKLE, Soulsavers, Gutter Twins & Twilight Singers, Isobel Campbell, Queens of the Stone Age, Melissa Auf der Maur

Seit 18. Januar 2013 im Handel

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:

> Fear & the Body
> Familiar Act
> I’d Rather Die Than Play Dead

Diskographie:
> Morning Thoughts EP (2002)
> Open Doors (2003)
> Throwing Knives (2010)
> Little Beast (2013)

Ähnliche Künstler:
> Anna Aaron
> Keren Ann
> Charlotte Gainsbourg
> Cat Power
> Isobel Campbell
> Nina Nastasia
> And Also the Trees
> Ora Cogan
> Mark Lanegan
> Nick Cave
> Devastations
> Jeffrey Lee Pierce Sessions Project
> 16 Horsepower /Woven Hand
> Andrea Schroeder ¨

b