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Chikinki – Bitten

Chikinki – Bitten

7.5

Genre: , ,
Label: Urban Cow

Erstellt am: 18.03.2011
Autor:
Erstellt am: 18.03.2011   Autor:

Neuerscheinungen

Angebissen

Mit einem kurzen Schlagzeugauftakt und anschliessendem monotonem aber munterem Beat beginnt das fünfte Album der Engländer Band Chikinki. Durchgehend monoton ist es aber deswegen noch lange nicht.

Nervöses Geschramme, Orgeltöne im Hintergrund – dramatisch geht es weiter mit dem zweiten und später auch mit dem zehnten Lied auf „Bitten“. Trotzdem bleibt die Musik motivierend und mitreissend. Vor elektrischen Klängen scheuen sich Chikinki nicht, im Gegenteil: Oft und gerne piepst und quietscht es zu Synthies im Takt. Das dritte Lied „Into the Night“ präsentiert nebst einem hintergründigen Uuh-uuh-Chor ein feines Gitarrensolo. Chikinki mixen verspielte Popmusik mit Nurave-Elementen, was einen frechen Sound ergibt, der umso mehr zum Tanzfläche ruft.

1996 treffen sich sechs Jungs an der Uni in Bristol und beschliessen eine Band zu gründen. Klassische Story. Inzwischen sind sie nur noch zu fünft und ersetzen den Bassisten durch einen zweiten Keyboarder, was auch den speziellen Sound von Chikinki ausmacht. Irgendwann zogen sie nach London und landeten schliesslich für die Aufnahme ihres neuen Albums in Berlin, wo dann wahrscheinlich auch der Plattenname zu suchen ist. Auf „Bitte Bitte“ wird der Sänger in Kreuzberg zum Tanz aufgefordert, zwischen funkiger Discomusik und coolem The Rapture-ähnlichem Sound. „Bitten“ bezieht sich wahrscheinlich auch auf das Albumcover mit Foto eines Löwengebiss (oder Tigergebiss, ich muss ehrlich zugeben, dass ich mich anhand des Abgebildeten nicht klar festsetzen kann). Bis zu einem gewissen Grad ist Chikinkis Musik nämlich auch bissig, oder jedenfalls auffällig und energisch. Ausnahmen gibt es immer: „Mystery Man“ und „Tram Love“ zum Beispiel sind gemütliche Balladen.

Enden tut das Album mit dem grossartigen „Silver Gold“, das mit den Worten „It’s a little bit sad at the end“ beginnt. Es ist tatsächlich etwas melancholisch, auch etwas leerer: Nur noch Synthesizer und Gitarre begleiten sanft die Stimme Rupert Brownes. Oder so scheint es, bis plötzlich ein Sprechgesang auf ausserirdisch anmutenden Tönen ansetzt. Auf spannende Weise repetitiv, fast schon etwas hypnotisch, immer schneller – und schliesslich endet das Album doch, was fast ein wenig traurig ist.

Seit 18. März 2011 im Handel.
Anspieltipps:
> Silver Gold
> Into the Night

Diskographie:
> Experiment With Mother (2001)
> Lick Your Ticket, (2005)
> The Balloon Factory (2006)
> Brace, Brace (2007)
> Bitten (2011)

Ähnliche Künstler:
> The Killers
> Kasabian
> Hot Hot Heat
> The Bravery