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Caspian – Tertia
Caspian – Tertia

Caspian – Tertia

7.0

Genre:
Label: Make My Day (Alive)

Erstellt am: 07.08.2009
Autor:
Erstellt am: 07.08.2009   Autor:

Rezensionen

Biegen und Brechen

Manchmal ist es völlig in Ordnung, wenn einen nichts mehr umhaut. Es reicht auch ein feiner Wind und ein robustes Trommelfell.

Die Referenzen zeigen es: Caspian bewegen sich in einem Genre, wo vieles geht und einiges stagniert. Da ist es nicht einfach, die Bands auseinanderzuhalten. Nicht nur wegen des fehlenden Gesangs. Wenn aber die Truppe aus Beverly, Massachusetts, ihre drei Gitarren rausholt, dann rüttelt das schon heftig am Innenohr. Und wer Postrock nicht voreilig für tot erklärt, entdeckt die Nuancen. Caspian sind weniger Metal als Isis, fassbarer als Mono und klingen satter als Explosions in the Sky. „Tertia“ legt darüber hinaus eine richtungsgebende Konsequenz an den Tag, die an Mogwai erinnert.

„Mie“ verbeugt sich deshalb nicht zufällig vor den Schotten, um dem brachialen „La Cerva“ ein wirkungsvolles Intro zu sein. Hier nutzen Caspian die ganze Breite des Schlachtfelds. Eine mächtige Walze begräbt alles unter sich, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Daraus empor steigt „Ghosts of the Garden City“ und das erhabene „Malacoda“, welches in einem ersten Höhepunkt gipfelt. Das Kopfkino läuft auf Hochtouren. „Epochs in dmaj“ macht einen Zwischenstopp, bei dem auch Aereogramme den Gesang weggelassen hätten. „Of Foam and Wave“ überrascht mit Akustikgitarre, „Concrescence“ ist einfach nur wunderschön. Nach dem epischen „The Raven“ taucht man mit „Vienna“ ab, bevor „Sycamore“ die Synapsen nochmals einnehmend kitzelt. „Tertia“ ist kein Brocken, keine Endlosschlaufe. In ihrer Nachvollziehbarkeit haben Caspian einen Trumpf in der Hand, den sie clever ausspielen. Sie schenken einer Musikform neue Facetten, ohne mit ihr zu brechen. Und das ziemlich vielversprechend.

Seit  07. August 2009 im Handel.