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Calexico – Carried To Dust
Calexico – Carried To Dust

Calexico – Carried To Dust

8.0

Genre: , ,
Label: City Slang

Erstellt am: 22.09.2008
Autor:
Erstellt am: 22.09.2008   Autor:

Neuerscheinungen

Grenzgänger

Auf dem Rücksitz der Rostlaube haben etliche Musiker Platz genommen, um mit Calexico die tragischen Geschichten der Aussenseiter auf beiden Seiten Tijuanas zu erzählen.

Bei „Black Light“, vor genau zehn Jahren, standen John Convertino und Joey Burns, die Calexico 1996, nach ihrem Engagement bei Giant Sand, gründeten, noch neben dem Cadillac. Zwischen Western und Hollywood hatten die Melodien damals einen Bezug zum Film, so glaubhaft war die eingefangene Atmosphäre einer grossen Welt, wo man das Leben nur an abgelegenen Orten und in den feinen Details angetroffen hat. Calexico nahmen sich die Wüste zu Herzen und fingen die Reise mit lieblicher und kritischer Poesie ein.

em.perspektive:
Mit „Carried To Dust“ kehren Calexico zu alter Form zurück. „Garden
Ruin“ hallt zwar noch nach, doch endlich sind sie wieder zu hören, die Latin-Elemente, die Alben wie „Feast Of
Wire“ oder „The Black Light“ zu exzeptionellen Meisterwerken machten.
„Carried To Dust“ reiht sich nach diesen zwei Alben als drittbestes
Album der Band und eines der schönsten dieses Jahres ein. Besonders
exzellent: Die Gastauftritte (ti/8.0)

In Tucson, zehn Jahre später, sitzen wir mit an Bord und erkennen, dass Calexico den Wandel und die Ausfahrt nicht verpasst haben. „Carried to Dust“ gleicht einem Road Movie, in dem man an den verschiedenen Orten von der Vergangenheit eingeholt wird. Chiles traurige Geschichte von 1973 wird mit dem englisch-spanischen (schön: Jairo Zavala) „Victor Jara’s Hands“ mit wehmütigen Zeilen und Hymnen erfasst und touchiert, der letztjährige Autorenstreik in Hollywood mit „Writer’s Minor Holiday“ aus der Ich-Perspektive wahrgenommen und mit Flehen und Wut in den Stimmen, Gitarren und Drums mit-gelebt.

Sam Bean von Iron & Wine begleitet das sehnsüchtige „Houses of Valparaiso“ und das romantische „Slowness“ wird zu einem Dialog mit der Kanadierin Pieta Brown. Diese Begegnungen werden von Joey Burns mit Gitarre und Stimme eingefangen und übersetzt. Der Schlagzeuger John Convertino liefert dazu die Grundlage, zeigt die Landschaft und Begebenheiten auf.

„Carried to Dust“ ist manchmal auch stundenlanges Rumtuckern auf einsamen geraden Strassen ohne Ziel. Trotzdem bleiben Erinnerungen und Stationen wie das gespenstigschöne “Two Silver Trees“ mit seinen freundlichen Klängen oder der vorletzte Song “Red Blooms”, umgeben von pochenden Drums und dem Säuseln einer Stimme, hängen und wirken dabei stillend, ein Mix aus Wasser und Ausdauer.
Im grossartigen “News About William” meinen Calexico zwar: “Nobody noticed the slipping away” und ”The music box broken that once was his soul”, werden aber zurück in Tucson mit uns merken, dass wir genau hier die Impressionen und Details einer einmaligen Reise gefunden haben.

Seit 5. September 2008 im Handel.

Anspieltipps:
> Victor Jara’s Hands
> Two Silver Trees,
> News About William
> Man Made Lake
> Slowness
> Red Blooms

Diskographie:
> Spoke (1997)
> The Black Light (1998)
> Hot Rail (2000)
> Feast of Wire (2003)
> The Book and the Canal (2005)
> Garden Ruin (2006)
> Carried to Dust (2008)

Ähnliche Künstler:
> Giant Sand
> Jim White
> Howe Gelb
> Iron & Wine
> Woven Hand
> Lambchop
> Randall Of Nazareth
> Smog
> The Friends of Dean Martinez
> Timesbold
> Townes Van Zandt