Exit Music
Calexico – Algiers
Calexico – Algiers

Calexico – Algiers

8.0

Genre: , ,
Label: City Slang

Erstellt am: 04.09.2012
Autor:
Erstellt am: 04.09.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Fast Europa

Auf die betörenden Songs von Joey Burns, John Convertino und Band haben wir vier lange Jahre gewartet. Sie sind auf „Algiers“ unspektakulär bodenständig, aber nicht minder stimmungsvoll.

 

„Algiers“ ist kein Statement sondern der Name des Quartiers und des gleichnamigen Studios in New Orleans. Dass dies aber der Titel des nunmehr achten Albums der Kalifornier ist, scheint kein Zufall zu sein. Calexico erwiesen sich als die Grenzgänger schlechthin. Das letzte Album „Caried to Dust“ begleitete sie mit einem kritischen Auge an die Hot-Spots dieser Welt, so dass ein bunte und dramatische Sammlung an Geschichten mit dem passenden Soundtracks entstanden ist. „Algiers“ macht kleinere und weniger konkrete Schritte, zumindest für Calexico-Verhältnisse. Der dichte Teppich aus Rock und Pop und den Abstechern in unterschiedliche Folkgefilde wirkt konstant bodenständig, selbst der mittlerweile obligate Ausflug ins Spanische „No te Vayas“ mit Depedro-Frontmann Jairo Zavalo ist passt hier bestens Bild. Ein bisschen stark erinnert das zweisprachige Epos „Puerto“ mit seinen aufbäumenden Bläsern an die Hitsingle „Victor Jara’s Hands“Wirklich grossspurig auf „Algiers“ ist aber nur der Titel des ersten Songs „Epic“, ein klassischer Opener mit allen Elementen, die die Band ausmachen: Sehnsüchtige Lyrics, dem Zusammenspiel der Trompeten und den Drums. Auch „Splitter“ folgt diesem soliden Schema, bevor dann mit „Sinner in the Sea“ die erste grosse Ballade folgt, welche den toten Seelen im Ozean zwischen Havana und New Orleans gedenkt. Dramatisch und berührend ist das Resultat einer gelungenen Kombination aus einer stattlichen Anzahl von Instrumenten, die alle ihren Weg an die Oberfläche finden dürfen und vom ergreifenden Gesang von Joey Burns begleitet werden: „Blood pulsing through their veins like the waves crashing on the Malecón wall.“
Diesem Brocken folgt „Furtune Teller“, welches mit seiner Einfachheit (bloss Burns/Convertino) und Melancholie („But I don’t like this dark road anymore / And I don’t wanna be alone for long) perfekt aufschliesst und die nachfolgende Schwere und vom bedrohlichen „Para“ mehr als erträglich machen.Beeindruckend an „Algiers“ ist vor allem die Konstanz – und dies im Vergleich zu „Carried to Dust“ – auf welchem der Schluss des Albums stark abfiel und nicht mit den Hits am Anfang des Albums mithalten konnte. Es ist aber nicht nur die Reihenfolge der Songs, die hier sinnvoller ist, auch die Songs selbst passen zueinander und stechen sich nicht gegenseitig aus. Es bleibt daher ein banales, aber nicht selbstverständliches Fazit im Raum: Es lohnt sich „Algiers“ als ganzes oder jeden Song im Einzelnen zu hören.
Seit 7. September 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Sinner in the Sea
> Para
> Puerto
> Hush

Diskographie:
> Spoke (1997)
> The Black Light (1998)
> Hot Rail (2000)
> Feast of Wire (2003)
> The Book and the Canal (2005)
> Garden Ruin (2006)
> Carried to Dust (2008)
> Algiers (2012)

Ähnliche Künstler:
> Giant Sand
> Walkabouts
> Band of Horses
> Grand Archives
> Lambchop
> Depedro
> Iron & Wine
> Wovenhand
> Smog/Bill Callahan
> The Friends of Dean Martinez
> Timesbold
> Townes Van Zandt
> Pierre Omer
> Moriarty
> Damien Jurado