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Bowerbirds – Upper Air
Bowerbirds – Upper Air

Bowerbirds – Upper Air

7.5

Genre: ,
Label: Dead Oceans

Erstellt am: 01.07.2009
Autor:
Erstellt am: 01.07.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Abgehoben

Die drei Laubenvögel aus North Carolina legen nach dem geschätzten und prachtvollen „Hymns for a Dark Horse“ ein weiteres Ei ins wohl behütete und unantastbare Nest.

„My conscience is an avalanche/ Majestic bewildering and holy and careless“ heisst es im vorletzten Song, der effektgetränkten Hymne „Crooked Lust“, und beschreibt zusammenfassend die Gemütslage der Bowerbirds ziemlich treffend. Gerade dieses Zusammenspiel aus dem charmant abgehobenem, hohen Gesang von Phil Moore und den folkig traditionellen Instrumenten, aber stets verrückten Songkonstruktionen erklärt das Phänomen der lieblichen Bowerbirds, denen mittlerweile auch Justin Vernon (Bon Iver) und John Darnielle (The Mountain Goats) verfallen sind.

Ganz heimlich hat sich letztes Jahr „Hymns for a Dark Horse“ den 15. Platz in unseren Jahrescharts ergattert und hatte mit dem Zehenspitzensong „In Our Talons“  einen der sonderbarsten und besten Hits des Jahres an Bord. Im Vergleich dazu sind die Songs auf „Upper Air“ deutlich persönlicher und konkreter geworden, die teils absurden Texte sind vom Thema Ausbruch in Liebe und Freiheit abgelöst worden, worin sich die neuen Songs mit der verehrenden und von Samthandschuhen getragenen Stimme Moores auch glaubwürdiger einkuscheln können. Das aufgesetzte Cover stört nur solange man „Upper Air“ nicht gehört hat. Die Fülle und Dichte der Songs bleibt an den schrägen Vögeln haften, auch wenn der schwebende Pathos immer heftig durchdrückt.

Schon der eingängig vernarrte Opener „House of Diamonds“ wird heimlich mit einem Orchester ergänzt, „Teeth“ vom zweistimmigen Gesang des Paars Moore/Tacular sanft getragen und das wunderschöne Gitarrenstück „Silver Clouds“ erlaubten Beth Tacular erstmals auch den Wechsel vom unverkennbaren Akkordeon zum Piano. Mit „Beneath Your Tree“ folgt das einzige Duett,  bei dem aber vor allem die dumpfen Drums von Mark Paulson auffallen. Des Weiteren ist das seltsam betonte Liebeslied „Northern Lights“ und der Song „Chimes“, der zwischen Orgel und Schlagzeug Sänger Phil Moores geniale Stimme hier besonders betont, zu erwähnen.

Die Band weilte bei der Entstehung und Entwicklung von „Upper Air“ erneut in ihrem Wohnwagen in der Natur. Wahrscheinlich sind ihnen dort die Details und kleinen Unterschiede, die die Musik der Bowerbirds erneut zu einem lohnenswerten und zufrieden stellenden Genuss machen, aufgefallen.

Seit  3. Juli 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> House of Diamonds
> Silver Clouds
> Northern Lights
> Crooked Lust

Diskographie:
> Hymns for a Dark Horse (2007)
> Upper Air (2009)

Ähnliche Künstler:
> The Mountain Goats
> Beirut
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