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Blood Red Shoes – Blood Red Shoes
Blood Red Shoes – Blood Red Shoes

Blood Red Shoes – Blood Red Shoes

7.0

Genre: ,
Label: PIAS

Erstellt am: 12.03.2014
Autor:
Erstellt am: 12.03.2014   Autor:

Rezensionen

Frisch und wenig fröhlich

Das Duo aus Brighton veröffentlicht in zuverlässigen Abständen ihre Alben und hält dabei auch die Qualität hoch. Konstanz ist eine der grössten Stärken der Blood Red Shoes.

Innerhalb ihrer Grenzen haben die Blood Red Shoes mindestens etwas erreicht: Selbst ihr viertes Album, das ganz einfach „Blood Red Shoes“ heisst, wurde wieder sehr gut. Die Grenzen sind offensichtlich: Zwei Menschen, eine Gitarre und ein Schlagzeug. Dazwischen geschaltet eine Vielzahl von Effektgeräten und der geteilte, immer wieder zweistimmige Gesang. Damit das nicht langweilig wird, braucht es sehr viel Energie. Das Feuer unterm Hintern. Oder die Wut im Bauch. Eine musikalische Errungenschaft der 00er-Jahre ist sicherlich die Etablierung des Duos. Die Blood Red Shoes etablieren sich gleich mit, weil sie auch auf ihrem vierten Album nicht an Intensität und Relevanz verlieren. Mitschuldig an diesem Umstand ist unter anderem auch ein Song wie „Far Away“, der sich ganz klar mit dem Garagenrock anlegt und lieber ein kleiner Indie-Hit ist. Nur um die Plattform dafür zu schaffen, wenige Minuten später gleich wieder mit Vollgas in eine ganz andere Richtung zu brettern.

Natürlich ist das alles kaum noch bahnbrechend. Mag sein, dass der Gipfel mit „In Time to Voices“ zumindest vorläufig erreicht ist. So wie Laura-Mary Carter und Steven Ansell aber weiterhin frisch und wenig fröhlich aufs Pedal drücken, scheint dies weder gesetzt noch störend. Entsprechend besticht „Blood Red Shoes“ schliesslich auch mit einer starken Mischung aus Noise und zerbrechlicher Leidenschaft („Stranger“). Herrlich auch die zungengelähmte, sehr britische Nummer „Speech Coma“, die Kate Nash gefallen müsste. Am meisten aber überzeugen die Blood Red Shoes durch ihre Konsequenz, ihrem Spielraum immer wieder neue Facetten abzugewinnen, die ein neues Album klingen lassen, als wäre es ihr erstes.

Seit 28. Februar 2014 im Handel.

Anspieltipps:
> Far Away
> Stranger
> Speech Coma

Diskographie:
> Box of Secrets (2008)
> Fire Like This (2010)
> In Time to Voices (2012)
> Blood Red Shoes (2014)

Ähnliche Künstler:
> The Joy Formidable
> Arctic Monkeys
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