Exit Music
Bloc Party – Four
Bloc Party – Four

Bloc Party – Four

8.0

Genre: ,
Label: Cooperative Music

Erstellt am: 24.08.2012
Autor:
Erstellt am: 24.08.2012   Autor:

Neuerscheinungen

Nicht selbstverständlich

Respekt. Dass Bloc Party nach allem, was in der Zwischenzeit so abging, noch zu einem solchen Album fähig sind. Vielleicht war das Ganze aber auch nur Promotion. Wir unterstellen mal besser nichts.

Es hätte nicht sein müssen. Alles, was zwischen „A Weekend in the City“ und „Four“ zu hören und lesen war, was in den Medien über das interne Bandgefüge von Bloc Party geschrieben wurde. Es muss auch nicht alles wahr sein. Wird es wohl auch nicht. Aber „Intimacy“, Keles Solozeug und die Frage, ob Kele noch in der Band ist oder nicht – die dann auch viel zu öffentlich ausgetragen wurde – machten nicht gerade Mut und Freude auf ein neues Album. Führen gerade solche Phasen in einer Band und bei den einzelnen Mitgliedern zu genau dem, was wir nun mit „Four“ hören dürfen? Sicher nicht bei jeder Band. „I am yours now/ Respectfully/ I am yours now/ Truthfully“. Hoffen wir mal, dass es dabei bleibt. Bloc Party haben sich aufgerafft, zusammengerissen. Endlich. „Four“ ist der würdigere Nachfolger zu „A Weekend in the City“. Wer wollte schon ein Selbstzitat, eine Neuauflage der beiden ersten Alben? Die Musikjournallie zerpflückt das sowieso gleich wieder mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln. Wir stellen also fest: Sollten all die Nebengeräusche dazu geführt haben, dass „Four“ das Album ist, das es ist, dann bitte. Gehen wir einmal davon aus.

Auch Respekt dafür, „Four“ mit lautem Punk zu beenden. „We Are Not Good People“ rundet nicht ab, es bricht, was einige Leute im Netz bereits als Bastard bezeichnen. Im ganzen Kontext gesehen eine gar nicht so üble Beschreibung. Nur vergessen wir die Tatsache nicht, dass „Four“ mehr zu bieten hat, als Gitarren auf die Achterbahn zu schicken. Zum Beispiel „Real Talk“, neben „Day Four“ und „The Healing“ eines der ruhigsten Stücke auf der Platte. Und das schönste. „Octopus“ sowie sein kleiner Gitarrenbruder „Truth“ betonen die poppige Seite der Band, die sicher auch nicht zu kurz kommt. Ein durchgehend sperriges, wütendes und kratziges Album hätte natürlich der Indiepolizei besser gefallen. Ein Statement zur Situation. Und in einigen Momenten lassen Bloc Party mehr Härte zu, wo sie früher einfach überdrehten („Kettling“). Manchmal reicht es aber auch, wieder in eine Spur zu finden. Eine Spur in eine hoffentlich musikalischere Zukunft. Es macht Spass, die Band abheben zu hören wie zum Schluss in „So He Begins to Lie“. „Four“ ist nicht nur toll, weil das Album so gut ist. „Four“ ist auch deshalb toll, weil es nicht selbstverständlich ist.

Seit  21. August 2012 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label > CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> So He Begins to Lie
> Real Talk
> We Are Not Good People

Diskographie:
> Silent Alarm (2005)
> A Weekend in the City (2007)
> Intimacy (2008)
> Four (2012)

Ähnliche Künstler:
> Klaxons