Exit Music
Big Zis – Und jetz … was hät das mit mir z tue?
Big Zis – Und jetz … was hät das mit mir z tue?

Big Zis – Und jetz … was hät das mit mir z tue?

8.0

Genre:
Label: Nation Music

Erstellt am: 25.02.2009
Autor:
Erstellt am: 25.02.2009   Autor:

Neuerscheinungen

Notizen auf dem Bierdeckel

Big Zis belebt die Schweizer Musikszene weiter mit dem Gegenstück zum gepflegten Dumpfbackentum. Sie hat nichts zu verlieren – ausser Name und den Plural.
Bei Franziska Schläpfer muss sich nicht alles ums Verrecken reimen. Es ist nicht der einzige Bruch mit dem geläufigen Bild von Hip Hop, dass man dank MTViva haben könnte. „Für gfundne Gschmack git s käi Finderloon/ Für glungne Rap nöd maal Mindestloon“. Natürlich gilt dies nicht nur für Rap, fehlendes Rückgrat führt in jedem Genre zu seltsamen Auswüchsen. Vor allem wenn man nie gelernt oder verlernt hat, aufs Herz und/oder den Kopf zu zielen. Das erste Vierteljahrhundert in der Retrospektive, macht die 33-jährige Big Zis intelligenten Rap mit Inhalten, die für sie und sich stehen. Die Zusammenarbeit mit Sophie Hunger („Biberräis“) steht ihr genau so gut wie die (selbst)ironische Partyzerlegung „Prrrdy“. Was das alles mit Franziska Schläpfer zu tun hat? So richtig weiss es sie am Ende selber nicht. Und manchmal verschleiert sie sich etwas sehr, verliert sich in gewissen Gedankengängen. Das kann aber auch erfrischend sein, in einem Genre, das dermassen von Sprache abhängig ist, sie aber nur selten so wortgewandt einsetzt.

Zum Schluss wird Big Zis dann nochmals persönlich („Niil“). Das kratzt dann schon ein bisschen am Kitsch, und zwar etwas mehr als die Wolkenkratzer an den Wolken. Das macht sie in „Wiissi Chuchi“ besser. Der Biss fehlt aber ansonsten nicht und zusätzlich mit der bekannt schrägen Ebene, auf welche man immer wieder gehoben wird, überzeugt das dritte Werk der Zürcherin mit seinem Ideenreichtum und seiner Reife. Sei es die Sintflutbeschreibung „Suure Räge“, die vertonte Liebeserklärung eines Bibers an den Berg oder die Kunstbetrachtung weiblicher Formen – Franziska Schläpfer ist in ihrer Art und im Hip Hop einzigartig. Und das ist doch Mindestlohn genug für gefundenen Geschmack.

Seit 30. Januar 2009 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label + CH-Vertrieb

Anspieltipps:
> Ich schwöör
> Discobluus
> Biberräis (feat. Sophie Hunger)
> S isch All

Diskographie:
> Keini so (2002)
> Dörf alles (2005)
> Und jetz … was hät das mit mir z tue? (2009)

Ähnliche Künstler:
> Kutti MC
> Deichkind
> Kinderzimmer Production