Exit Music
Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not (2006)
Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not (2006)

Arctic Monkeys – Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not (2006)

9.0

Genre: , ,
Label: Domino

Erstellt am: 30.01.2006
Autor:
Erstellt am: 30.01.2006   Autor:

Neuerscheinungen

Die Affen sind los

Die blutjungen Arctic Monkeys mit der revolutionären Rettung des Rock’n’Roll.

Hhm, die lust’gen Stehaufmännchen aus Sheffield… Sie sind scheisse. Ja, richtig gelesen, Arctic Monkeys sind S-O W-A-S von scheisse! Sie sind… Weil… Eben… Ach, ich geb’s auf. Hab’ wirklich aufrichtig versucht, der geneigten ::exit.music::-Leserschaft einen Verriss zu servieren, um inmitten des allgemeinen Rezensenten-Kanons wenigstens ein bisschen Abwechslung zu bieten. Aber es ist hoffnungslos. Wieso eben etwas tadeln, das wirklich nur Lob verdient und sich zudem dermassen spannend entwickelt hat? Es gleicht einem Wunder: Vier Jungs im Stile von „Typ-von-nebenan“ verbreiten im Internet eine Hand voll Demos und werden kurz darauf – ohne auch nur eine einzige Single veröffentlicht zu haben – an ihren Konzerten von tausenden von begeisterten Hörern sprichwörtlich auf Händen getragen. Ein regelrechter Hype entsteht, der die ahnungslosen Jungs schon vor der Veröffentlichung ihres ersten Albums in den Schrammel-Rock’n’Roll-Himmel befördert. Und nun ist’s endlich da: „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“ nennen Alex & Co. ihr erstes, 13 Tracks umfassendes Langspiel-Werk. Und (jetzt kommt’s…): Es ist wirklich sehr, sehr hörenswert. Grossartige, schmissige Mitgröhl-Melodien wie man sie selten gehört hat, dynamische Tempiwechsel, rotzige E-Gitarren, die immer wieder in Staccato verfallen, irre Drums, die zum Tanz aufspielen und ein Bass, der rollt und rollt und rollt. Und eine raue, unwiderstehliche „Ich-trinke-Bier-und-rauche-Zigaretten“- Stimme, die von Mädchen singt, die sie nicht haben kann, von launischen Freundinnen, Party, Tanzen, Drinken, alltäglichen Problemchen etc. etc. Das Album gefällt von der ersten bis zur letzten Sekunde, rockt wie die Sau und fast wünschte man sich, es wäre endlos. Was will man also mehr? Zumindest für den Moment nichts. Natürlich klingt’s stark nach den Libertines oder den Strokes oder anderen schlaksigen, Converse tragenden, versifften Grüppchen, natürlich passt’s bestens zum kollektiven Retro-Musik-Hype, natürlich stammen Arctic Monkeys aus dem übercoolen, ewig hyper-produktiven England. Und jetzt? Scheissen wir drauf. Was die Jungs mit ihren bloss 19 Jahren hier nämlich zustande gebracht haben, soll zuerst jemand nachmachen, jawohl!
Fazit: Der Rock’n’Roll ist gerettet. Arctic Monkeys liefern ein ungemein starkes Debütalbum, das an allen Ecken und Enden rockt und rollt und Bands wie The Libertines beinahe zu ersetzen vermag. Beinahe. Doherty & Barat sehen/sahen nämlich besser aus. Aber das wird vielleicht noch. Ruhm macht bekanntlich sexy.
Seit 27. Januar 2006 im Handel.

Anspieltipps: Fake Tales Of San Francisco; Dancing Shoes; Red Lights Indicate Doors Are Secured (aber eigentlich alle)
Trackliste: 1) The View From The Afternoon; 2) I Bet You Look Good On The Dancefloor; 3) Fake Tales Of San Francisco; 4) Dancing Shoes; 5) You Probably Couldn’t See For The Lights But You Were Staring Straight At Me; 6) Still Take You Home ; 7) Riot Van; 8) Red Light Indicates Doors Are Secured; 9) Mardy Bum; 10) Perhaps Vampires Is A Bit Strong But…; 11) When The Sun Goes Down; 12) From The Ritz To The Rubble; 13) A Certain Romance
similar artists: The Libertines, Babyshambles, The Strokes, Mando Diao, Sugarplum Fairy, The Vines, Art Brut, Kooks, Cazals, Milburn, Harrisons, Maximo Park, Futureheads, Franz Ferdinand, Forward Russia, Louis XIV, Paddingtons, The Rakes, We Are Scientists, The Features etc. etc. usw. usf.

Bio:
Die Gruppe aus Sheffield besteht aus Sänger und Gitarrist Alex Turner, Gitarrist Jamie Cook, Bassist Andy Nicholson sowie Schlagzeuger Matt Helders und existiert seit 2002. Der erste Gig wird auch bereits ein Jahr später gespielt. Weitere Auftritte folgen und die digitale Verbreitung von Demos lässt einen regelrechten Hype entstehen. Ohne auch nur eine einzige Single oder geschweige denn ein Album veröffentlicht zu haben, erscheinen 2005 an den Konzerten der Arctic Monkeys tausende von begeisterten Zuschauern und die Jungs werden vom Fleck weg von Domino Records gesignt. Die erste Single „I Bet You Look Good On The Dance Floor“ erscheint im Oktober 2005 und steigt gleich auf Platz 1 der britischen Charts ein. Im Januar 2006 erscheint dann auch endlich das Debütalbum „Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not“, wobei Arctic Monkeys als neue Libertines gefeiert werden.
Diskographie:
> I Bet You Look Good on the Dancefloor (2005)
> Whatever People Say I Am, That’s What I’m Not (2006)