Exit Music
Antemasque – Antemasque
Antemasque – Antemasque

Antemasque – Antemasque

8.0

Genre:
Label: Caroline

Erstellt am: 23.11.2014
Autor:
Erstellt am: 23.11.2014   Autor:

Rezensionen

Konstanz dank Veränderung

Die musikalische Gleichung mit den festen Variablen Bixler und Rodriguez hat viele Unbekannte. Geht die Rechnung am Ende trotzdem wieder auf?

Cedric Bixler-Zavala und Omar Rodriguez-Lopez haben ihren Beitrag zur zeitgenössischen Musik längst gleistet. Ohne At The Drive-In hätten Billy Talent am Anfang anders geklungen. Ohne „One Armed Scissor“ würde es kein „Try Honesty“ geben. The Mars Volta haben mit dem von Rick Rubin produzierten Debüt „De-Loused In the Comatorium“ einen Prog-Standard gesetzt, der Bands wie Portugal. The Man oder The Fall of Troy für ihre eigenen ersten Schritte inspiriert haben muss. Die beiden Freunde haben den Posthardcore sowie den Progrock in einer Weise geprägt, dass man fast schon ein bisschen durchschnaufen musste, als man erfuhr, „Antemasque“ sei nun ihre neue Band. Schon wieder. Erneut nach einer Trennung. Ja sogar einem Streit. Obwohl die beiden wohl gar nicht damit gerechnet haben, mit „Antemasque“ so viel Aufmerksamkeit zu kriegen, wie die vorschnelle Veröffentlichung via eigener Bandseite nahe legt. Besonders fleissig waren sie schon immer. Das horrende Tempo, das sie mit The Mars Volta angeschlagen hatten, zollte seinen Tribut. Ihre Alben wurden nicht zwingend besser, auch wenn einige davon immer noch gut waren. Also wieder auf Anfang. Das ist konsequent. Die beiden Protagonisten haben zwar keine neue musikalische Gleichung gefunden, aber die Variablen dennoch entscheidend verändert.

Die Konstanten bleiben Gesang und Gitarre, die abhängige Variable die Musik. Geschraubt haben Bixler und Lopez vor allem am Popanteil. Weniger Prog und weniger Posthardcore. „Antemasque“ sind sicherlich mehr At The Drive-In als The Mars Volta. Was dieses extrem knackige, auf den Punkt gebrachte und sehr spontan klingende Album auszeichnet, ist der unmittelbare Zugang trotz komplexen Ideen. Es ist die Heterogenität trotz eines roten Fadens. Plötzlich ist da Prog in bekannt wahnwitzigem Tempo („In The Lurch“), plötzlich wähnt man sich in den 70ern („Drown All Your Witches“) oder einer Poprockband („50,000 Kilowatts“). Natürlich ist Musik nie in eine mathematische Formel zu bringen. Aber trotzdem gibt es schemenhaft funktionierende Künstler, die mit Repetition, Stagnation oder berechnenden Ansätzen langweilen. Bixler und Lopez gehören nicht dazu. „Antemasque“ ist erstaunlich frisch. Diese Rechnung geht auf.

Ab 21.11.2014 im Handel erhältlich.