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Ane Brun – Rarities
Ane Brun – Rarities

Ane Brun – Rarities

7.0

Genre: ,
Label: Balloon Ranger Recordings

Erstellt am: 26.11.2013
Autor:
Erstellt am: 26.11.2013   Autor:

Rezensionen

In Hülle und Fülle

Ein neues Album von Ane Brun ist immer ein gegebener Anlass, sich zurückzuziehen und über sich und die Welt nachzudenken. Auch das Doppel-Album „Rarities“ eignet sich bestens dafür. Allen irdischen Belangen entrückt, lässt die gebürtige Schwedin die Zuhörer an ihrer Melancholie teilhaben. Und bitte schön merken: Unter der Oberfläche lauert immer etwas.

Heutzutage ist es gang und gäbe, dass Künstler über eine breite Vielfalt verfügen müssen. Sie haben eine große Palette an musikalischen Spielarten zu bedienen, sonst wird das nichts mit der Karriere. Und wo bleibt dabei die Authentizität? All diese Überlegungen muss Ane Brun sicherlich nicht machen, denn sie muss sich nicht um Glaubhaftigkeit bemühen. Sie ist glaubhaft.

Zurückhaltende Gitarrenklänge begegnen einem auf der ersten Disc von „Rarities“. Unaufdringlich, wie es eben sein muss, wenn die Geschichten, die erzählt werden, im Vordergrund stehen sollen. Ihren momentanen Gefühlszustand kann man mit dieser Sammlung von B-Seiten mehr als erahnen. Manchmal bitter, immer fragil und zerbrechlich klingend wie in „Daring To Love“ oder „All My Tears“ – es macht einen traurig und gleichzeitig macht es einem Mut. Am Horizont ist der Vollmond schon im Blickfeld.

Die zweite Platte erweitert das Feld und das tonale Spektrum. „Falling Down“, im Uptempo-Bereich angesiedelt, überrascht mit einer Lebhaftigkeit und gefällt auch. Und überhaupt: Culture clash made in Sweden. Als ob es nichts Leichteres auf der Welt gäbe, covert sie u.a. Eurythmics, Depeche Mode, Björk und Beyoncé. Zum großen Teil sind alle Fremdinterpretationen ansehnlich geraten. Im Elvis-Cover „Crawfish“ croont sie beispielsweise dermaßen amtlich, dass selbst eine vom Format einer Amy Winehouse (Gott hab sie selig) neidisch wäre. Besonders „Virvelvind“ hat es mir angetan, dieser auf Schwedisch vorgetragene Hit mit dem ganz besonderen Etwas.

„Rarities“ bietet eine große Anzahl an Songs (insgesamt zwanzig) und wer sich bislang nicht in die Welt von Ane Brun begeben hat, für den ist diese 2-CD-Sammlung eine gute Gelegenheit, in ihre Welt einzutauchen.

Seit 4. Oktober 2013 im Handel.

Anspieltipps:
> Virvelwind
> Falling Down
> Halo

Diskographie:
> Spending Time With Morgan (2003)
> A Temporary Dive (2005)
> Duets (2005)
> Live in Scandinavia (2007)
> Changing Of The Seasons (2008)
> Sketches (2008)
> Live At Stockholm Concert Hall (2009)
> It All Starts With One (2011)
> Songs 2003–2013 (2013)
> Rarities

Ähnliche Künstler:
> Björk
> Sophie Hunger
> Lykke Li