Exit Music
Andy White – Garageband

Andy White – Garageband

7.0

Genre:
Label: Floating World

Erstellt am: 21.01.2007
Autor:
Erstellt am: 21.01.2007   Autor:

Neuerscheinungen

Sammelsurium mit Herz

Andy Whites zwölftes Album umfasst Stimmungen und Arrangements für jeden Geschmack. Uneinheitlich erscheint es einem trotzdem nicht: Jede der 62 Minuten trägt unverkennbar die Handschrift des Barden.

„Garageband“ heisst die Scheibe des nordirischen Singer/Songwriters und ja: Der Titel ist inspiriert vom Apple-Musikprogramm. Und wie bei der Arbeit mit der Software, scheinen Whites Babies rasant schnell auf die Welt gekommen zu sein. Glaubt man Whites Myspace-Seite, sei innert zweier Wochen täglich ein neuer Song entstanden…Schnellschüsse? Not at all. Immerhin wurden die Stücke durch die halbe Welt getragen; eingespielt in Australien, England, den USA und Kanada, abgemischt in Italien. Entstanden ist eine vielfältige Sache. Mal klingts romantisch (4), mal druckvoll (5, 9), mal mysteriös (2, 10), mal nachdenklich (11), mal fröhlich (3). Besonders hervorzuheben ist „Letter From T/Don’t Choose The Wrong Way“ – ein Brief, vorgelesen von einer tiefen, coolen Frauenstimme, orientalisch hinterlegt, ruhig zu Beginn (und trotzdem aufwühlend), und dann Andys Antwort, gesungen, zutiefst politisch. Das Highlight des Albums.

Der rote Faden, der dieses Sammelsurium zusammenhält, ist die Persönlichkeit der Songs. White komponiert nicht einfach vor sich her, sondern er gibt immer etwas von sich preis. Und das ist es letztlich, was dem Album seinen Charme verleiht: Dass es von Herzen kommt, von jemandem, der meint, was er singt. Oder es uns zumindest sehr erfolgreich weismachen kann.

Seit 1. Dezember 2006 im Handel.

Anspieltipps: Letter From T/Don’t Choose The Wrong Way; I Got A Number Off You; Live To Fail (Lift The Veil)
Trackliste: 1) First She Said Stop; 2) The Capital of Now; 3) I Got A Number Off You; 4) You Walked Back Into My Heart; 5) Message To You; 6) Waiting For Someone; 7) You’ve Got It All Worked Out; 8) A Long Time Coming; 9) No Way Out; 10) Live To Fail (Lift The Veil); 11); 12) Samuel Beckett; 13) Gallery Girls; 14) In A Garage
similar artists: Hothouse Flowers, David Gray

Bio:
Weil ein launischer Produzent die Nase vom dilettantischen Getrommel des Drummers voll hatte, erhielt ein unbekannter Schlagzeuger namens Andy White 1962 die Chance, mit einer bis anhin noch unbekannten Gruppe ihre erste Single aufzunehmen. „Love Me Do“ machte die Beatles gross und Ringo blieb Schlagzeuger. Der Drummer Andy White ist heute kaum mehr bekannt, umso mehr jedoch sein Namensvetter aus Belfast, Nordirland. Dieser begann seine musikalische Karriere erfolgreich: 1985 erschien die EP „Religious Persuasion“, die in den UK Independent Charts bis auf Platz 3 kletterte. Poesie hatte Andy White aber schon umgetrieben, seit er schreiben konnte und als gebürtiger Belfaster spielten politische Aspekte immer eine grosse Rolle in seinem Werk. Nach einem Studium der Literaturwissenschaften wandte er sich – mit einer Ausnahme, einem in den Neunzigerjahren erschienenen Gedichtband – gänzlich der Musik zu.
Neben diversen Solo-Alben kam es 1995 zu einer Kollaboration mit Liam O Maonlai (Hothouse Flowers) und Tim Finn. Unter dem Namen ALT veröffentlichte man einmalig ein gemeinsames Album.
Heute lebt Andy White in Melbourne, tourt unablässig durch die Welt und versucht, so viel wie möglich zu lesen.

Diskographie:
> Rave On Andy White (1986)
> Kiss The Big Stone (1988)
> Himself (1990)
> Out There (1992)
> Destination Beautiful (1994)
> Teenage (1996)
> Compilation (1998)
> Rare (1999)
> Speechless (2000)
> Andy White (2001)
> Boy 40 (2003)
> Garageband (2006)