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The Yeah Yeah Yeahs – Show Your Bones
The Yeah Yeah Yeahs – Show Your Bones

The Yeah Yeah Yeahs – Show Your Bones

Erstellt am: 21.04.2011
Autor:
Erstellt am: 21.04.2011   Autor:

Ältere Schmuckstücke

”Show Your Bones is what happens when you put your finger in a light socket”

Glaubt man Karen O`s Selbsteinschätzung zur zweiten Albumveröffentlichung der New Yorker Yeah Yeah Yeahs, muss man sich also auf einen Schockmoment der besonderen Art vorbereiten – was auch nötig ist. Diese Scheibe ist alles andere als ein banales Kaffeehaus-Hörbuch der zweiten Klasse.

An sich überrascht das ja eigentlich wenig, hatte man doch schon beim Vorgänger „Fever to Tell“ das Gefühl,  den Boden unter den Füssen zu verlieren. Und doch setzt sich die Dreier-Combo mit „Show Your Bones“ eine weitere Krone auf – eingängiger im Sound und geschlossener in der Wirkung.

Schon mit dem Opener „Gold Lion“ erfüllt eine derart subtile Coolness den Raum, dass es einem erst einmal die Sprache verschlägt. Karens typisch ekstatischen „ooh, ooh`s“, runden den Song ab und kommen so dermassen catchy herbei, dass es durchaus verständlich ist, „Gold Lion“ als erste Singleauskopplung zu wählen. Eine richtige Uptempo Nummer folgt dann mit „Mysteries“. Hier wird gestampft, geschrien und gespuckt. Karen O in Bestform.

Trotz der geballten Ladung an Power, die uns die Band hier abliefert, lässt „Show Your Bones“ aber auch überraschend viel Platz für reflexive Momente. In „The Sweets“ entfaltet sich ein schwermütiges Nachdenken über die Liebe und auch in „Warrior“, dem vermutlich intensivsten Song der Platte, wirkt Karen zwar gewohnt aufständisch, gleichzeitig aber auch demütig und abgeklärt. Von “And I`m small, the road`s going to get on me/If it gets it at all, the road`s going to end on me” bis hin zu „Men, they like me, `cause I`m a warrior, a warrior/ Stand on my feet, Dance the warrior”. An Vielschichtigkeit und Authentizität kaum zu überbieten. So muss es sein.
Genau solche Momente sind es schlliesslich wohl auch, die den Albumtitel rechtfertigen. Tatsächlich wirkt „Show Your Bones“ wie eine Röntgenaufnahme – weniger von Knochen, als von einem intimen Gefühlschaos.

Die YYY`sche Wirkung steht und fällt dabei mit Karen. Sie, als Schnittstelle zwischen emanzipierter Wut und femininer Sehnsucht versteht sich als Meisterin der Selbstinszenierung. Hier singt sie über einen goldenen Löwen, betrogene Herzen, ja sogar über ein Telefonat mit einem Honigbären. Egal was sie macht – immer dabei ist ein beständiges Mass an königlicher Unfehlbarkeit und ein lauthals rausgeschrienes „Fuck-Off- Mainstream!“. „Show Your Bones“ dient dabei als fundiertes Zeugnis einer emotionalen, künstlerischen Selbstdarstellung und übertrifft dabei sich selbst. Makellose Textzeilen seitens Karen bestätigen diesen Verdacht. „Sometimes I think that I`m bigger than the sound“. Hell yeah. Wie recht du doch hast. “You`re something like a phenomena, baby”.

Seit  28. März 2006 im Handel.

> Hören und Kaufen > Offizielle Webseite > MySpace > Label

Anspieltipps:
> Gold Lion
> Warrior
> The Sweets

Diskographie:
> The Yeah Yeah Yeahs EP (2001)
> Fever to Tell (2003)
> Show Your Bones (2006)
> It`s Blitz! (2009)

Ähnliche Künstler:
> The Ting Tings
> Be Your Own Pet
> Santigold