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Muph & Plutonic – And Then Tomorrow Came
Muph & Plutonic – And Then Tomorrow Came

Muph & Plutonic – And Then Tomorrow Came

Erstellt am: 30.01.2010
Autor:
Erstellt am: 30.01.2010   Autor:

Ältere Schmuckstücke

Didn’t I

Und wo stehen die Australier so in Sachen Hip-Hop…?

Versuchen Samples aus Hip-Hop Songs zu erkennen, wurde in den letzten Jahren ein beliebtes Hobby meiner Wenigkeit. Es gibt keine andere, so bitter-süsse Weise herauszufinden, dass ich eigentlich keine Ahnung habe von Musik. Nichtsdestotrotz kommt es mir vor, dass ich all Schaltjahr mal wieder etwas Glück habe.

So erging es mir beim dritten Track von Muph & Plutonics drittem Release „And Then Tomorrow Came“. Duururuu ertönte es und sofort klingelts: Ein Sample aus dem wunderbaren Darondo-Song „Didn’t I“. Das machte mir „Number 45“ auf Anhieb sympathisch und der Song besticht auch sonst durch seine abgeklärte Lockerheit.

Natürlich ist „Number 45“ nicht der einzig erwähnenswerte Song auf dem durchwegs gelungenen Werk in Sachen Hip-Hop. Die Single-Auskopplung „Don’t Worry About Nothin‘“ beginnt mit einem klasse Pianoteil, gefolgt von der wunderbaren Stimme Jess Harlens. Irgendwo zwischen Soul und Jazz angesiedelt, mausert sich der Track zum Aushängeschild der ganzen Scheibe. Die Melodie stellt sich als definitiver Ohrwurm heraus, einzig der Flow könnte etwas flüssiger sein. Das vergisst man allerdings schnell wieder, wenn Harlen mit ihrer Stimme verzaubert.

Der Opener „Damn Truth“ wirkt etwas erdrückend mit einem Bass, der den Beat „schwerer“ erscheinen lässt, als er eigentlich ist. Dennoch – oder gerade deswegen – verliert das Album keinen Deut von seiner lockeren Beschaffenheit. In dem Zusammenhang sei natürlich noch „Filthy Rich“ erwähnt, der dritte Stand-Out Track der Platte. Der Song ernährt sich musikalisch ausschliesslich vom Jazz und mit dem passenden Beat dürfte er auch einladend sein für diejenigen, die Hip-Hop lediglich aus Prinzip fernbleiben. Einzig die männlichen Vocals geben „Filthy Rich“ einen Hauch von Soul und Muphs Flow ist auch tadellos eingebettet.

Unterm Strich ist „And Then Tomorrow Came“ ein durchwegs gelungenes Werk und verdient sicherlich auch etwas Aufmerksamkeit ausserhalb von Down Under.

Seit  19. Juli 2008 im Handel.

Anspieltipps:
> Number 45
> Filthy Rich
> Don’t Worry About Nothin‘

Diskographie:
> Hunger Pains (2004)
> Silence the Sirens (2006)
> And Then Came Tomorrow (2008)

Ähnliche Künstler:
> Downsyde
> The Hilltop Hoods
> Urthboy