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Aereogramme – Sleep and Release
Aereogramme – Sleep and Release

Aereogramme – Sleep and Release

10

Genre: ,
Label: Chemikal Underground

Erstellt am: 27.10.2008
Autor:
Erstellt am: 27.10.2008   Autor:

Ältere Schmuckstücke

Der Erfüllung nahe

„It’s time to follow/ The black path“. Wohin man so auch immer gehen mag, Aereogramme haben die passende Melodie dafür.

Aereogramme standen nie im Mittelpunkt, waren nie die erste Wahl. Vielleicht haben sie sich zu sehr zwischen Stühle und Bänke gesetzt. Obwohl von Kritikern sowie John Peel verehrt, blieben sie zwar nie unter den Erwartungen, dafür aber immer unter dem Wahrnehmungsradar der breiten alternativen Hörerschaft. Dabei hätte sich das schon mit „Sleep and Release“ ändern müssen. Die Schotten vereinen auf diesem Album alles, was vereinbar ist. Ihr progressiver Postrock entfaltet sich im lautesten Krach und zeichnet gleichzeitig Gegenentwürfe von solch einer Schönheit, dass man sich fragen muss, wie alle diese Gefühlsschwankungen in nur zehn Songs Platz haben können.

Bezeichnend für die permanente Ignoranz gegenüber dieser Band ist die Tatsache, dass man immer wieder davon überrascht wird, welch enormes Hitpotenzial Songs wie „Black Path“ oder „Yes“ besitzen. All dies wird nur noch vom bedächtigen „In Gratitude“ übertroffen, welches in seiner entwaffnenden Gutmütigkeit kaum in Worte aufzuspalten ist, ausser man verwendet die von Craig B. selber: „It is dangerous/ To put this into words/ But I’m alright/ Close to fulfilment/ I miss you/ I miss you”. Im Hintergrund drücken einem Geigen die Tränen in die Augen, und man glaubt, die Hymne für alles und jeden gefunden zu haben, der einem jemals Gutes getan hat.

Im Mittelteil von „Sleep and Release“ wird das Loslassen dann spürbar zur Kampfansage: „Let go/ Let go“ schreiend hauen Aereogramme einem hier die Wut um die Ohren. „A Winters Discord“ reduziert danach alles komplett auf die zerbrechliche Stimme von Craig B. (im Hintergrund hört man sogar noch Musik vom Nebenraum) – alles scheint zu funktionieren in diesem Gefüge, vereint durch die unterschiedlichsten Zahnräder. Aereogramme haben sich 2007 trotzdem aufgelöst. Aufwand und Ertrag stimmten nie überein. Wer sie für sich entdeckt hat, versteht die Musikwelt zwar nicht mehr, ist jedoch erfüllt – mit Dankbarkeit.

Seit 2003 im Handel.