Exit Music
Naked Lunch, 16.3.2013
Naked Lunch, 16.3.2013

Naked Lunch, 16.3.2013

Erstellt am: 18.03.2013
Autor:
Erstellt am: 18.03.2013   Autor:

Konzerte

Von simpel bis hymnisch: Naked Lunch bringen zwar nicht alles gut auf die Bühne, was ihre ruhigen Songs auszeichnet, gleichen das aber mit den hymnisch-forschen Liedern wieder aus.

Er benötige mehr Licht, wies Sänger Oliver Welter die Regie an und und foutierte sich auch nicht um die eher peinliche Begründung. „Andere Bands können im Dunkeln spielen, wir können das nicht.“ Aber ein Konzert von Naked Lunch besucht man ohnehin nicht, um sich an technischen Finessen zu delektieren, sondern um eine eigenwillige Band zu sehen, die kompromisslos an ihrem Œuvre arbeitet. Sechs Alben in zwanzig Jahren sind, auf die Menge bezogen, ein bescheidener Leistungsausweis. Doch die Klagenfurter Band hat Meisterwerke ihres Genres geschaffen und sich bemerkenswert entwickelt – bis hin zum opulenten Pop-Appeal, der das jüngste Album „All Is Fever“ kennzeichnet.

Dessen fulminantes Eröffnungsstück ist auch der Auftakt des Konzerts. Der Stimme von Oliver Welter fehlt zwar die brüchige Sanftheit, die auf den Alben so gut zur Geltung kommt, ist aber noch immer so charakteristisch, dass man die immer wieder erkennbaren Schwächen im Gesang akzeptieren kann. Damit befindet er sich nicht in schlechter Gesellschaft: „Military Of The Heart“ hätte beispielsweise auch Oasis gut angestanden. Effektvoll wirkt auch der Einsatz, die Einzelstimmen der Backing Vocals zur „Wall Of Sound“ zu schichten. Handkehrum wirkt es ermüdend, dass der Hintergrundgesang mehrheitlich mit Kopfstimme gesungene, einzelne Silben repetiert.

Umso schöner, dass Oliver Welter den simple Charme von „Shine On“, zu dem er sich während der ersten Strophen nur auf der Gitarre begleitet, auch live reproduziert. Und mit dem hymnischen „The Sun“ als wohlkalkulierte Zugabe machen Naked Lunch ein weiteres Mal vergessen, dass sie zwischendurch mehr Licht gebraucht hätten.