Exit Music
Let It Be, 28.11.2014
Let It Be, 28.11.2014
Erstellt am: 08.12.2014   Autor:
08.12.2014 – Autor: Chris Döbeli

Konzerte

Let It Be, 28.11.2014 – Theater 11, Zürich

Vom 25. bis 30. November 2014 war die Gruppe von „Let It Be“, eine Coverformation der Beatles, zu Gast im Theater 11 in Zürich und damit zum ersten Mal in der Schweiz zu sehen. Wir waren in der ersten Reihe mit dabei.

Die Show vom Londoner West End ist ein Hit, das war bekannt. Das Tribute zeichne sich durch authentische Auftritte und wahrheitsgetreue Kostüme von damals aus, liess ich mir sagen. Aufgrund meines Alters blieb es mir verwehrt, die Blütezeit der Beatles hautnah mitzuerleben. Let It Be könnte diese Lücke versuchen aufzufüllen, dachten sich wohl noch ein paar andere im Saal. Wild durchmischte Generationen sassen nebeneinander mit erwartungsvollem Ausdruck im Gesicht.

Und dann: John, Paul, George und Ringo begannen zu spielen, chronologisch von den Anfängen in Liverpool bis hin zum letzten Album, „Let It Be“. Von Beginn an war man mittendrin. „Love Me Do“ gab den Startschuss, die erste Single der Beatles. Ach, sie spielten sie einfach alle. „It Won’t Be Long“, „A Hard Days Night“, „Eight Days A Week“, „Norwegian Wood“, „Eleanor Rigby“, und, und, und. Nach der Hälfte stand das Volk im Theater 11 und bewegte sich rhythmisch zu den genialen Klängen der Fab Four.

Die Vier auf der Bühne studierten die Beatles wirklich ins kleinste Detail. Akzent, Accessoires und Bewegungen stimmten genau, so wie ich sie nicht anders aus Filmaufnahmen kannte. Eine beeindruckende Leistung der Schauspieler, natürlich zum Glück aller Besucher.

Es ist schon interessant wie die Zeit Zustände verändert. Wer hätte 1965 gedacht, dass die Beatles jemals salonfähig im Theater wiedergegeben würden. Keine kreischenden Mädchen mehr, eher wippende Frauen mit wässerigen Augen und singenden Stimmbändern. Keine Rivalitäten mehr zu den Stones-Anhängern, heute sitzt man sich im Büro gegenüber und trinkt zusammen Tee in der Kaffeepause und schwärmt von den goldenen Jahren der Musik. Am Freitagabend nimmt man dann seine Nachkommen, die einstige Flamme, mit der man 1970 im Dorfkeller eng umschlungen tanzte, oder den Kumpel, mit dem man über Sgt. Pepper’s Lonely Hearts Club Band fachsimpelte, mit, um in Erinnerungen zu schwelgen und sich bewusst zu werden, dass „When I’m Sixty-Four“ inzwischen Tatsache geworden ist.

Zum Schluss gabs dann noch „Hey Jude“. Jung und alt, Na-Na-Naa-Na-Nan-Aa, ganz genau, es sangen alle im Theater 11. Es wurde einem richtig warm ums Herz. Für einen Moment vergass man die Bandauflösung, die Ermordung Johns, die schwierige Beziehung von Paul und John, (die z.T. verhasste) Yoko Ono, George Harrisons Krebserkrakung und anschliessenden Tod. Einfach nur Na-Na-Naa-Na-Nan-Aa.