Exit Music
Ef, 21.04.2014
Ef, 21.04.2014

Ef, 21.04.2014

Erstellt am: 29.04.2014
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Erstellt am: 29.04.2014   Autor:

Konzerte

Knie nieder

Was für Gegensätze an diesem Ostermontag: Während in der Stadt johlende und betrunkene Fussballfans die Gehsteige einnehmen, glänzen Ef und ihr Publikum durch gemeinsames Schweigen.

Ef haben mit „Ceremonies“ das schönste Postrock-Album 2013 veröffentlicht. Sie waren damit für einmal die besseren Sigur Rós. Auch für Fans von Explosions In the Sky haben sie eine Menge an Stimmungswechseln parat: „Ceremonies“ ist voll von aussergewöhnlichen Parts, man freut sich auf jeden einzelnen davon. Das Besondere an „Ceremonies“ ist sicherlich, dass Ef es geschafft haben, in jedem Moment das Richtige zu tun und damit trotzdem zu überraschen. Ein logisches, in sich geschlossenes Album, das zu keinem Zeitpunkt vorhersehbar ist. Hinter jeder Ecke lauert etwas Wunderschönes, das einem gleichzeitig wieder die Richtung für den nächsten Schritt weist. Das macht „Ceremonies“ zu einem Lieblings- und Referenzalbum. Das macht die Schweden Ef zu einer Band, die man live gerade jetzt ganz bestimmt nicht verpassen will.

Und so betreten sie in der alten Kaserne die Bühne, nachdem Arms and Sleepers mit elektronischem, beatlastigem Trip Hop etwas überlang eröffnet hat. Der Act, der nur in Form von Mirza Ramic auf der Bühne performte, verbreitete gekonnt Clubatmosphäre, die nicht so ganz zu Ef passen will und nach einer halben Stunde, in diesem Rahmen, gezeigt hat, was es zu hören gibt. Ef aus Göteborg sind dagegen ein ganz viel zeitintensiveres Erlebnis. Eine Postrock-Band, die mit Körpereinsatz, Leidenschaft und hervorragender Technik ihre wunderbaren Songs auf die Bühne bringt. Die mit ausholenden und zugleich einladenden Bewegungen mitreisst, immer wieder hinkniet und aufgeht in dem, was sie tut. Niklas Åström gibt den drei Gitarren und dem Bass immer wieder den Groove, den viele Postrockbands so nicht haben. Auch wenn er mit seinem Schlagzeug ziemlich versteckt im Hintergrund sitzt.

Es ist eine tolle Mischung aus Songs, die bei weitem nicht nur vom neuen Album stammen. Manchmal mit Gesang, meistens aber ohne. Einer der Höhepunkte von „Ceremonies“ bleibt auch an diesem Abend hängen: Bereits der triumphale Einstieg in „Delusions of Grandeur“ lässt erahnen, was nun Grosses kommt. Kurz erinnern Ef hier an Oceansize, bis sie wieder ganz zu sich selber finden. Richtig brenzlig wird es erst am Schluss, als Niklas Åström doch noch kurz mit einem Tomtom ins spärliche Rampenlicht tritt und beinahe mit dem Monitor, auf dem er steht, kippt. Die Band hat sich maximal verausgabt, das Publikum erstarrt in Ehrfurcht und die Strassen sind wieder leer. Es wirkt fast so, als hätten Ef mit aller Wucht dafür gesorgt, dass am Ende wieder Ruhe einkehrt in Zürich.