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UnderCover: Coheed and Cambria
UnderCover: Coheed and Cambria

UnderCover: Coheed and Cambria

Erstellt am: 08.08.2015
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Erstellt am: 08.08.2015   Autor:

Specials

Wenn man sagt, Coheed & Cambria sind im Mainstream angekommen, dann ist das ähnlich wie bei Superhelden-Comics oder Brettspielen mit 20-seitigen Würfeln. Der Erfolg ist durchaus da, aber nerdy bleibt es immer noch. Ab diesem Jahr könnten Coheed & Cambria auch für andere Interessengruppen attraktiv werden. „The Color Before the Sun“ wird ihr erstes Album ohne fantastisches Science Fiction-Konzept werden. Seit gestern gibt es das Cover zu bestaunen – ein klassisches, aber dennoch modernes Design. Der perfekte Start also für eine Serie, bei der wir „undercover“ gehen, um herauszufinden, was uns das Artwork über zukünftig erscheinende Alben verrät.

Was fällt zuerst ins Auge? Alles, was Rätsel aufgibt. Also das Haus mit der fehlenden Wand, die fliegenden Stühle. Das seltsam geöffnete Haus lässt Fragen offen, während die Möbelstücke in der Luft dem Bild eine feine Dynamik geben. Es entwickelt sich sogar in zwei Richtungen, was eine leichte Unruhe hervorruft. Die Flugbahn der Stühle kreuzt die eigentliche Fluchtlinie des Bildes, die im Sonnenuntergang aufgeht. Das verleiht dem Ganzen eine herrliche Tiefe.

Wie ist die Farbgebung? Weiche und entspannte Hintergrundfarben lassen das Cover ruhig und introspektiv wirken. Dominant ist Beige und  daneben ein sanft angegrüntes Blau. Der Himmel sieht eher wie warmes Wasser aus, während das „echte“ Wasser eher kalt und begrenzend wirkt.

Welche Vorbilder gibt es?  Von der Bildsprache her erinnert das Cover eher an klassische Prog-Artworks wie die des Großmeisters Storm Thorgerson (Pink Floyd, Muse, The Mars Volta) – wenn auch dessen beinahe hyperrealistische Farbgebung der eher unaufgeregten Kolorierung von „The Color Before the Sun“ vollkommen entgegensteht. Mit Thorgersons Designs teilt dieses Cover aber die Anlehnug an den Surrealismus (vor allem an Dalí). Wirft man einen Blick auf die Deluxe-Edition, wird auch die Erinnerung an die Piktogramme wach, die Dredg damals für die Songs von „Catch Without Arms“ verwendet haben.

Was erwartet uns musikalisch? Wenn wir ein bisschen schummeln, und auf den Vorabsong „You Got Spirit“ hören, könnte „The Color Before The Sun“ die logische Weiterentwicklung des großartigen „Afterman“-Doppelalbums sein – hin zu noch mehr Pop. Doch das Cover passt nicht zu einem aalglatten Alternative Rock-Album, und so würde es nicht verwundern, wenn die anderen Songs etwas komplizierter und vertrackter wären. Wutausbrüche und schrammelige Emocore-Attacken werden aber eher ausbleiben, wenn es nach dem Cover geht. Wir sind gespannt, ob unsere Prognose tatsächlich zutrifft! Mehr dazu dann Anfang Oktober, VÖ-Termin ist der 09.10.