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Rückblick auf die 00er-Jahre, Teil 1
Rückblick auf die 00er-Jahre, Teil 1
Erstellt am: 05.02.2010   Autor:
05.02.2010 – Autor: Redaktion

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Rückblick auf die 00er-Jahre, Teil 1

Rückblick auf eine Dekade (Denise Baltensperger, Michael Messerli): Das neue Jahr(zehnt) ist schon in vollem Gange, und das Vergangene noch immer nicht ganz verdaut … wir massen uns dennoch an, der Meinung zu sein, alles Notwendige gehört zu haben und wagen einen Rückblick auf die Musik der letzten zehn Jahre. Eine Woche lang geht täglich je ein Artikel online, in welchem wir unsere Lieblinge vorstellen. Und nicht nur wir.

Denise Baltensperger
Alben

1. Elliott Smith – Figure 8

2. The Strokes – Is This It
Damit wurde ich zur besten Luftgitarrespielerin der Welt. Oder zumindest meines Wohnzimmers. Ein Album, das auch nach zehntausendmal Hören nicht an Wert verliert.
3. Morrissey – You Are the Quarry
4. The Arcade Fire – Funeral
5. Radiohead – In Rainbows
Ich konnte das, was an Radiohead so fesselnd sein muss, lange nicht finden. Diese Platte macht mich seit Anbeginn platt. Ich war und bin vollkommen begeistert. Die Hoffnung, mir erschlösse sich so auch der Rest ihrer Musik, ist bis anhin zwar unerfüllt. Aber ich geb’ mich auch ganz gerne damit zufrieden, dass ‚In Rainbows’ nach etwas klingt, was ich schon mein ganzes Leben gesucht und damit gefunden habe.
6. Belle & Sebastian – The Life Pursuit
7. Modest Mouse – Good News for People Who Love Bad News
Ein Feuerwerk einzelner Songs, die durch die Stimme Isaac Brocks und durch die Genialität des Ganzen zusammengehalten werden.
8. Bright Eyes – I’m Wide Awake, It’s Morning
Conor Obersts zitternde, heisere Stimme verleiht diesem Album etwas zartes, zerbrechliches, das einen aufhören lässt. Fast schon möchte ich die einzelnen Songs in Watte einwickeln und an einem sicheren Ort aufbewahren, damit sie nicht kaputt gehen oder im Nichts verschwinden. Stattdessen habe ich sie in mein Herz gelegt und lass sie ganz bestimmt nicht entkommen.
9. LCD Soundsystem – Sound of Silver
10. Röyksopp – Melody A.M.
Eine für die Entwicklung meines persönlichen Musikgeschmacks massgebende Platte , die ihren Glanz auch nach neun Jahren noch nicht verloren hat.

11. Animal Collective – Merriweather Post Pavillion
12. Shout Out Louds – Howl Howl Gaff Gaff
13. Wolf Parade – Apologies to the Queen Mary
14. The Field – From Here We Go Sublime
15. Daft Punk – Discovery
16. Interpol – Antics
17. The Postal Service – Give Up
18. Deerhunter – Cryptograms
19. Wilco – Yankee Hotel Foxtrot
20. Ryan Adams – Love Is Hell
21. Kings Of Convenience – Riot on an Empty Street
22. Nada Surf – Let Go
23. Cat Power – The Greatest
24. The Radio Dept. – Lesser Matters

Songs

1. The Arcade Fire – Rebellion (Lies)
Zu diesem rundum perfekten Stück Musik sind keine Worte von Nöten.
2. Animal Collective – Fireworks
‚Fireworks’ ist richtig, richtig gut. Und dies obwohl es sich dabei um den wohl grausamsten Song dieser Dekade handelt. Läuft er einem nämlich einmal nach, ist er für alle Mitmenschen nach spätestens einer Minute richtig, richtig nervig, während der Singende gar nicht mehr mit Singen aufhören kann. Uh-uuuuuh-uuuuh-uuuuuh-uuuuuh.
3. Morrissey – First of The Gang to Die
Die Intensität, mit der dieser Herr singt, haut mich immer und immer wieder aus den Socken, den Schuhen und vom festen Boden unter meinen Füssen weg.
4. The Field– A Paw In My Face
Auch minimalistische Klangkonstrukte können betören. Dass das grässliche ‚Hello’ von Lionel Richie auch so verdammt gut klingen kann, hätte bestimmt nie jemand gedacht.
5. Daft Punk – One More Time
Die DRS3 Hitparade brachte mir diesen Song erstmals näher. Dann herrschte Funkstille zwischen der Hitparade und mir und dem Song und mir. Und dann, an einem Sonntagmorgen um 4 Uhr mit schmerzenden Füssen wurde ich mir der Genialität dieses altbekannten Radiolieds bewusst.
6. Elliott Smith – Somebody That I Used To Know
Ist es Elliott Smiths Stimme? Die Gitarre? Die Zeit, in der ich diesen Song am häufigsten hörte? Diesen Song kann ich nie bloss nebenbei hören. Die Welt läuft während dieser zwei Minuten und neun Sekunden in Zeitlupe. Zwei Minuten und neun Sekunden voller Traurigkeit, die mich glücklich macht.
7. The National – Fake Empire
Die Lautstärke aufdrehen. Die Töne einatmen. Sie flimmern und glühen. Wir flimmern und glühen.
8. The Strokes – 12:51
9. The Postal Service – Such Great Heights
Meine wahrscheinlich erste bewusste Begegnung mit elektronischer Musik. Die Euphorie ist noch immer nicht verschwunden.
10. Shout Out Louds – Please Please Please
Das Ende einer Liebe wurde selten mit solch einer herzzerreissenden Innigkeit besungen. Danke, liebes Mädchen, um das Adam Olenius bittet, dass du nicht zu ihm zurückgegangen bist.

11. Band Of Horses – The Funeral
12. Animal Collective – Brother Sport
13. Hot Chip – Over And Over
14. The Strokes – Last Nite
15. Interpol – Evil
16. Gui Boratto – Beautiful Life
17. Beach House – Master of None
18. Radiohead – Jigsaw Falling Into Place
19. Sufjan Stevens – Jacksonville
20. Hot Chip – And I Was a Boy From School
21. Wolf Parade – Modern World
22. Bright Eyes – First Day Of My Life
23. Jens Lekman – A Sweet Summer’s Night On Hammer Hill
24. Modest Mouse – Float On
25. Broken Social Scene – Lover’s Spit
26. LCD Soundsystem – Someone Great
27. Tocotronic – Aber hier leben, nein danke
28. Sunset Rubdown – The Mending of the Gown
29. Kings Of Convenience – I Don’t Know What I Can Save You From
30. Deerhunter – Fluorescent Grey
31. The Clientele – Since K Got Over Me
32. Feist – Gatekeeper
33. Clap Your Hands Say Yeah – Upon This Tidal Wave Of Young Blood
34. Phoenix – One Time Too Many
35. Built To Spill – Liar
36. The Radio Dept. – Where Damage Isn’t Already Done
37. The Helio Sequence – Keep Your Eyes Ahead
38. Voxtrot – The Start of Something
39. Wolf Parade – Dear Sons and Daughters of Hungry Ghosts
40. The Shins – New Slang
41. Tomte – Die Schönheit der Chance
42. Modest Mouse – The World At Large
43. British Sea Power – No Lucifer
44. Fujiya & Miyagi – Ankle Injuries
45. Röyksopp – A Higher Place
46. Bon Iver – Lump Sum
47. Camera Obscura – Lloyd, I’m Ready To Be Heartbroken
48. Eels – Old Shit / New Shit
49. Maritime – Parade of Punk Rock T-Shirts
50. Dinsosaur Jr. – Crumble
51. Doves – Black And White Town
52. Beirut – Postcards From Italy
53. Annie – Heartbeat
54. Death Cab For Cutie – Crooked Teeth
55. Wilco – Jesus, Etc.
56. Cat Power – Free
57. The Thermals – A Pillar of Salt
58. Stars – Set Yourself on Fire
59. Okkervil River – Black
60. Blur – Good Song


 

Michael Messerli

Alben

1. Aereogramme – My Heart Has a Wish That You Would Not Go
Aereogramme haben sich wegen Erfolglosigkeit aufgelöst. Das rührt einen zu Tränen. Genauso wie dieses Album. Siehe Albumtitel.
2. Sigur Rós – ()
Man muss auf Englisch singen, um international Erfolg zu haben? Man kann Musik nicht neu erfinden? Ein Mantra und acht Songs später weiss man, was zwischen zwei Klammern und überhaupt noch alles geht.
3. The Mars Volta – De-loused in the Comatorium
Ein Höllenritt durch das Fegefeuer. Keine Platte macht einen grösseren Spagat, keine lotet die Grenzen so perfekt aus. Das Progmeisterwerk vor dem Herrn!
4. Brand New – The Devil and God Are Raging Inside Me
Unverhofft kommt selten. Brand New zerreissen sich für uns auf diesem Album und am Ende gewinnt wohl der Beelzebub.
5. Interpol – Antics
Der Erstkontakt mit einer Band ist oft der wichtigste. Im Falle von Interpol war es „Antics“ und spätestens nach „Take You On A Cruise“ um einen geschehen.
6. Dredg – El Cielo
Kann Musik noch mehr in der Schwebe sein? Wenn Gavin Hayes in „Whoa Is Me“ droht zu überlaufen, ist es beim Hörer bereits längst passiert.
7. Tomte – Hinter all diesen Fenstern
Die beste erste Albumhälfte aller Zeiten. Thees in textlicher Hochform. Manche nennen es Pathos, wir nennen es Leben.
8. Tool – Lateralus
Was will man über Tool noch schreiben? Was über Lateralus? Das zweitbeste Tool-Album ist mehr als eine Entdeckungsreise, es ist göttlich.
9. A Perfect Circle – Thirteenth Step
„Counting bodies like sheep to the rhythm of the war drums“. Maynard James Keenan mal fast zugänglich, aber alles andere als handzahm. Billy Howerdel ist die Treibkraft dieser Band, die in 12 Schritten zum 13. gelangt.
10. Damien rice – O
Irlands bester Songwriter, Irlands intimster Texter, Irlands beste Platte.

11. aereogramme – sleep & release
12.bloc party – a weekend in the city
13. radiohead – in rainbows
14. the weakerthans – reconstruction site
15. death cab for cutie – transatlanticism
16. sigur rós – takk
17. silversun pickups – swoon
18. elbow – leaders of the free world
19. mastodon – crack the sky
20. attack in black – marriage
21. nada surf – the weight is a gift
22. kante – die tiere sind unruhig
23. biffy clyro – infinity land
24. bright eyes – lifted…
25. oceansize – effloresce
26. bloc party – silent alarm
27. silversun pickups – carnavas
28. tool – 10,000 days
29. sigur rós – með suð í eyrum við spilum endalaust
30. wintersleep – welcome to the night sky
31. pearl jam – backspacer
32. eels – shootenanny!
33. interpol – turn on the bright lights
34. mogwai – mr. beast
35. queens of the stone age – songs for the deaf
36. okkervil river    the stage names
37. explosions in the sky – all of a sudden i miss everyone
38. and you will know us by the trail of dead – so divided
39. maxïmo park – our earthly pleasures
40. godspeed you! black emperor – lift your skinny fists like antennas to heaven
41. blackmail – tempo tempo
42. eels – blinking lights and other revelations
43. dredg – catch without arms
44. coldplay – parachutes
45. a perfect circle – mer de noms
46. the weakerthans – left and leaving
47. radiohead – kid a

Songs

1. elbow – great expectations
Der perfekte Song. Die Spannung, die Tiefe und diese eine Emotion, die gegen Ende bis zum fast nicht mehr Ertragbaren geführt wird. Wunderschön!
2. aereogramme – in gratitude
Die vertonte Dankbarkeit, die man den Schotten in genau dieser Form zurückgeben möchte. Für ihre Musik und solche Songs. „It is dangerous/ To put this into words/ But I’m alright“. Wir haben zu danken, Mann!
3. tomte – du bist den ganzen weg gerannt
Tomte live in Thun erlebt, das vierte grosse Bier getrunken und lauthals mitgesungen. Erst dann gemerkt, wie sehr Thees damit den Nagel auf den eigenen Kopf getroffen hat.
4. sigur rós – njósnavélin (track 4)
Als würde sich der Himmel vor einem auftun. Dieser Beginn! Diese Grösse! Sigur Rós überwältigen in aller Langsamkeit. Wahnsinn.
5. mogwai – friend of the night
Der beste Postrock-Song überhaupt, weil auf den Punkt und mit der grossartigsten Klaviermelodie, die je angeschlagen wurde.
6. stars – personal
Wer Leute kennt, die sich im Internet unglücklich gemacht haben: Hier ist der Song dazu. Das moderne Verlieben in persönlichster Form vertont.
7. sophia – pace
Der beste Poprock-Song mit einer simplen, aber enorm wirkunsvollen Refrainzeile: „We can’t change the pace the world spins around us“. Was muss man denn  noch mehr wissen?
8. radiohead – there there
Wenn „There There“ selbst Thom Yorke die Tränen in die Augen getrieben hat, was macht er dann erst mit uns? „Just cause you feel it/ Doesn’t mean it’s there“. Ein Satz wie ein Lebensentwurf, ein Zitat für die Ewigkeit.
9. interpol – not even jail
Interpol stampfen mit diesem Song alles ein, was an Unkerufen nach Joy Division aufgekommen sein mag. So dicht und doch so offen. Wenn Atmosphäre ein Synonym braucht, darf dort „Not Even Jail“ stehen.
10. the mars volta – roulette dares (the haunt of)
Krank. Einfach krank. Hochgepitchte Stimme, ein Chaos aus Rhythmen. Plötzlich lieblicher Gesang und dann das Riff, das dich vor Ehrfurcht erstarren lässt: „Exoskeletal junction at the railroad delayed“. Wie bitte? Wo? Krank.

11. dredg – same ol‘ road
12. interpol – take you on a cruise
13. sigur rós – glósóli
14. against me! – borne on the fm waves
15. deftones – hole in the earth
16. aereogramme – i don’t need your love
17. tomte – ich sang die ganze zeit von dir
18. tool – vicarious
19. nada surf – see these bones
20. dredg – bug eyes
21. dredg – whoa is me
22. slut – something to die for
23. logh – the contractor and the assassin
24. wintersleep – dead letter & the infinite yes
25. spinnerette – driving song
26. interpol – song seven
27. the weakerthans – time’s arrow
28. tool – lateralus
29. against me! – white people for peace
30. maximo park – by the monument
31. the weakerthans – sun in an empty room
32. a perfect circle – orestes
33. elbow – friend of ours
34. radiohead – weird fishes/arpeggi
35. interpol – pace is the trick
36. bloc party – kreuzberg
37. biffy clyro – living is a problem because everything dies
38. attack in black – if all i thought were true
39. aereogramme – nightmares
40. thom yorke – harrowdown hill
41. silversun pickups – three seed
42. pearl jam – unemployable
43. clearlake – no kind of life
44. brand new – sowing season
45. eels – whatever happened to soy bomb
46. bloc party – banquet
47. jimmy eat world – polaris
48. bright eyes – easy/lucky/free
49. aereogramme – the unravelling
50. a perfect circle – weak and powerless
51. oceansize – women who love men who love drugs
52. the mars volta – take the veil cerpin taxt
53. death cab for cutie – transatlanticism
54. damien rice – amie
55. sigur rós – popplagið (track 8)
56. aereogramme – a life worth living
57. two gallants – waves of grain
58. mew – special
59. cuba missouri – bitter square
60. brand new – jesus
61. blackmail – moonpigs
62. oceansize – music for a nurse
63. the mars volta – cygnus….vismund cygnus
64. biffy clyro – some kind of wizard
65. tomte – die bastarde, die dich jetzt nach hause bringen
66. a perfect circle – pet
67. pearl jam – sad
68. interpol – pda
69. bright eyes – let’s not shit ourselves (to love and be loved)
70. eels – woman driving, man sleeping
71. okkervil river – on tour with zykos
72. kinderzimmer productions – geh kaputt
73. youth group – forever young
74. silversun pickups – lazy eye
75. kante – ich hab’s gesehen
76. bloc party – so here we are
77. slut – staggered and torn
78. ron sexsmith – from now on
79. biffy clyro – pause it and turn it up
80. oceansize – amputee
81. sigur rós – e-bow (track 6)
82. queens of the stone age – no one knows
83. the weakerthans – pamphleteer
84. radiohead – idioteque
85. thrice – firebreather
86. seachange – in
87. bloc party – two more years
88. olli schulz und der hund marie – unten mit dem king
89. bright eyes – method acting
90. eels – fresh feeling
91. foo fighters – the pretender
92. band of horses – funeral
93. beth gibbons and rustin‘ man – mysteries
94. queens of the stone age – in the hollow
95. the draft – new eyes open
96. isis & aereogramme – low tide
97. patrick wolf – tristan
98. the strokes – you only live once