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Mitten unter den Stars: ASCAP „I Create Music“ Expo 2015
Mitten unter den Stars: ASCAP „I Create Music“ Expo 2015
Erstellt am: 21.05.2015   Autor:
21.05.2015 – Autor: Jonathan C. Meier

Specials

Mitten unter den Stars: ASCAP „I Create Music“ Expo 2015

Im Herzen der Musik- und Filmindustrie der USA, im Loews Hollywood Hotel (LA) fand die diesjährige ASCAP Expo statt. Mit dabei waren Stars wie Aloe Blacc, Bill Withers und zahlreiche Hit-Songwriter wie Savan Kotecha, Darrell Brown, Richard Marx, Ingrid Michaelson oder Darrell Brown, um nur einige Namen zu nennen. Über 2600 Songwriter, Komponisten und Produzenten kamen in den Genuss, von den Besten der Besten im Musikbusiness zu lernen.

Tag 1

Mit einer bewegenden Rede über die Herausforderungen und die aktuelle Situation über der Musikbranche stimmten ASCAP-Präsident Paul Williams (Oscar-, Grammy- und Golden Globe Preisträger), CEO Beth Mathews und John Titta alle Teilnehmer in eine unvergessliche Expo ein. Zahlreiche Highlights sollten die nächsten 3 Tage dominieren.

Einer der ersten Höhepunkte war die „Hit Songwriters“ Session mit Kevin Kadish („All About That Bass“ – Meghan Trainor), Greg Kurstin („Heartbeat Song“- Kelly), William Larsen („Am I Wrong“ – Nico & Vinz), Jesse Shatkin („Chandelier“ – Sia) und Sevyn Streeter (Yeah 3x“ – Chris Brown). Sie führten die volle Eventhalle in die Geheimnisse des erfolgreichen Liederdichtens ein.

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Andrea Martin


 

Tag 2

Am nächsten Tag führte Superstar und Rock and Roll Hall of Fame-Preisträger Aloe Blacc („I Need A Dollar“, „Wake me up“) ein lang ersehntes Interview mit der Musiklegende Bill Withers („Ain’t No Sunshine“, „Lean On Me“). Es übertraf alle Erwartungen und war sehr unterhaltsam. Withers schien mit seiner scheinbar endlosen Weisheit auf alle Fragen eine kluge und relevante Antwort geben zu können. Zahlreiche Twitter-reife Sprüche fielen während dem Interview.

Hier einige erwähnenswerte Aussagen von Bill Withers, die für Lacher und reflektierende Köpfe sorgten. Übersetzt aus dem Englischem.

Übers Liederschreiben bei seinen Hits: „Die Schwierigkeit besteht darin, tiefgreifend und doch simpel zu sein. Wir sprechen hier von drei bis vier Minuten. Brauchst du sechs Monate um mit vier Klischees aufzukommen, ist was falsch.“

Zum „Blurred Lines“-Verdikt: „Mein Frau sagt, es sei eine Urheberrechtsverletzung. Ich habe Mühe damit. Marvin Gaye war ein guter Freund von mir. Wenn wir beginnen, Grooves urheberrechtlich zu schützen, dann schulden wir Chuck Berry den ganzen Rock’n’Roll. Es ist eine heikle Sache. Warten wir auf das gerichtliche Urteil. Ich werde mit den Gewinner übereinstimmen.“

Tipp für Newcomer: „Es ist kein einfaches Business. Doch wenn du es liebst, probier es aus. Spiele dich aber nicht aus der Musik selbst heraus und behalte genug davon, um die Schönheit darin zu geniessen. Verwechsle Musik ja nicht mit dem Musikbusiness.“

Des Weiteren gab Darrell Brown, Hit Songwriter für Keith Urban, Bon Jovi, Faith Hill, etc. sieben Stunden lang öffentliches Feedback zu Songs von den Teilnehmern. Klammheimlich schlich sich währenddessen Jason Mraz („I’m Yours“, „The Remedy“) in diese Session hinein und gab anonymes Feedback.

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ASCAP CEO Beth Matthews


 

Tag 3

Savan Kotecha, Kopf hinter Pop-Megahits von Superstars wie Ariana Grande, Maroon 5, One Direction und Britney Spears, gab am letzten Tag sein Wissen über das Liederschreiben weiter. Er spielte sein erstes Live-Handy-Demo zu Ariana Grande’s Hit „Problem“ vor und sorgte damit für eine gute Stimmung im Saal.

Ein letztes Highlight war die Writers Jam Perfomance. Aloe Blacc, Andrew Bird, Andrea Martin und Ashley Gorley gaben einige von ihren Hits in einer Acoustic-Session zum Besten und brachten die Halle zum Kochen. Blacc führte zum Schluss die ganze Halle zum Singen mit Wither’s „Lean on Me“ und brachte damit die Expo zu einem Ende.

Was bleibt sind wertvolle Begegnungen mit den Topshots im Musikbusiness und viel neues Wissen rund um das ganze Musikbusiness.

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Aloe Blacc (rechts)


 

Persönliches Highlight:

Bei einem Networking Event sprach ich mit einem Komponisten namens Richard Bellis. Der Name kam mir irgendwie bekannt vor, doch wir plauderten munter weiter, bis er mir von einem Buch erzählte, welches er für aufstrebende, junge Filmmusik- Komponisten geschrieben hatte. Ich fragte weiter nach dem Buch und fand heraus, dass es de facto eines meiner ersten Bücher über das Komponieren war, welches ich gelesen hatte. Das Buch heisst “The Emerging Filmcomposer“ und ist ein Amazon-Bestseller. Er, Richard Bellis, ist ein Emmy Award gekrönter Komponist und hat etliche Kinofilme vertont. Ich war äusserst erfreut und tauschte mich noch eine Weile mit ihm aus. Ich durfte ihn als sehr bescheidenen und liebenswerten Menschen kennenlernen.

 

Über ASCAP: 

ASCAP steht für American Society of Composers, Authors and Publishers. Mit über 525’000 Mitglieder und mehr als 10 Millionen Copyrighted Werke, gehört ASCAP zu der weltweit grössten Verwertungsgesellschaften für Musik-Produkte. ASCAP lizensiert, promoted und schützt die Werke von den Komponisten, Musiker und Verlegern und sammelt Entschädigungsgeld für dessen gespielte Werke ein und sammelt die Lizenzgebühren für die Künstler ein. Ähnlich wie die GEMA in Deutschland oder die SUISA in der Schweiz.

Etwa 60 Stunden Filmmaterial der Vorträge sind hier erhältlich für nur 99 Dollar.

Titelbild: Aloe Blacc und Bill Withers.

(Fotos: Jonathan C. Meier)