Exit Music
Lieblingscoverartworks der Redaktion

Lieblingscoverartworks der Redaktion

Erstellt am: 03.04.2006
Autor:
Erstellt am: 03.04.2006   Autor:

Specials

Der goldene Schnitt

Die Redaktion stellt ihre Lieblingscoverartworks vor.

Man findet sie immer und überall: Top 10-, Top
50- und Top 100-Listen der besten Alben und Songs. Seien es die besten
des Jahres, des Jahrhunderts oder aller Zeiten. Alles konzentriert sich
auf die Musik, aber die Verpackung – in diesem Falle das Coverartwork –
wird meist ignoriert. Obwohl sie doch oftmals – v.a. beim guten alten
CD-Kauf im Plattenladen – bereits die halbe Miete ausmacht. Wer nimmt
beim Durchstöbern etlicher CDs schon ein Album mit unästhetischem oder
uninteressantem Cover in die Hand? Kaum jemand. (Es sei denn, man kenne
die Band bereits.) Aus diesem Grunde möchten wir euch an dieser Stelle
die Lieblingscoverartworks der ::exit.music::-Redaktion vorstellen.
Jeder Exitmusiker hat sein persönliches kleinquadratisches
Lieblingskunstwerk gewählt und erzählt, wieso er/sie dieses oder jenes
für am ansprechendsten hält. Wir wünschen viel Vergnügen bei der
Lektüre.

Ivana

Sixpence_None_the_Richer_-_Divine_Discontent

Sixpence None The Richer – Divine Discontent (2002)

Das Cover dieses Albums ist so schön wie die Seele
desjenigen Menschen, der das hierfür verwendete Bild mit dem Titel
„Traum“ gemalt hat.

Magdalena

mysprodegs
Andrew Bird – The Mysterious Production of Eggs

Selten passt ein Cover so exakt zum Inhalt: Trotz klaren Konturen
verspielt und immer leicht ironisch. Wäre Andrew Bird ein Tier, er
würde ganz bestimmt so aussehen.

Philipp

dieaerztelefriusr

 Die Ärzte – Le Frisur (1996)

Das ’Konzeptalbum, das ausschliesslich von Haaren handelt’ aus dem
Jahre ’96 überzeugt nicht nur durch schwachsinnig lustige Texte,
sondern auch durch ein schlichtes, aber gelungen-witziges Artwork. ’Es
gibt nur einen Gott – Belafarinrod’, im Booklet mit Vokuhila und
Oberlippenbart, ist schlicht Kulturgeschichte.
Severin Bellwald

avalanchessince

The Avalanches – Since I Left You

Eine Kartonhülle auf deren Vorderseite zwei vollbesetzte Rettungsboote
durch dunkle Wellen treiben. Auf der Rückseite mehr Rettungsboote und
eine rot glühende Lichtquelle von oben rechts. Aufgeklappt sieht man
auf der Länge von 3 Bookletblättern ein sinkendes Schiff im Abendrot,
dutzende Rettungsboote ringsherum, einzelne Gestalten, die sich noch
vom Schiff abseilen. Alles handgemalt, nur in blau, rot und gelb. Und
auf der Frontseite steht in kleinen weissen Buchstaben, ganz clean im
Gegensatz zum übrigen Chaos.

Wenn das mal nicht dramatisch, irgendwie epochal, irgendwie klein und
persönlich und vor allem völlig zusammenhangslos ist. Ausserdem mag ich
es, wie alle Infos zu der Scheibe so grausam klein und eng auf eine
Seite gedruckt sind, dass niemand es je lesen würde.

Michael

blackearth
 
BOHREN & DER CLUB OF GORE – Black Earth (2002)

Schwarz in schwarz mit spitze lackiertem
Totenkopf. Optimalster Verbund zwischen Musik und Verpackung!!! Die
Verpackung verspricht und die Musik hält das dann auch, ein so seltener
Fall.

Rafael

nicolaidunger

Nicolai Dunger – Here’s My Song, You Can Have It… I don’t want it anymore/ Yours 4-ever Nicolai Dunger (2004)
Wie der schwedische Songwriter hier Nicos Cover zu „Chelsea Girl“ modernisiert und imitiert ist klasse.
Der aufsteigende Rauch, der doppelte Blick und der ausgiebige Albumtitel
formen ein prächtiges Cover. Der Kontrast zwischen Blumen, Rauch und
dunklen Portraits ist ebenfalls sehr eindringlich.

Florentin

cuttheplans

Torchous – Cut The Plans (2005)

Dieses Artwork ist ein Fingerzeig. Nicht, weil
sich ein Typ auf dem Cover den Zeigefinger abkappt, sondern weil es ins
unübliche 12,5cm x 14cm (üblich: 14cm x 12,5cm) Format gepresst wurde.
Die ganze Verpackung ist ein unterschwelliges Aufbegehren gegen all die
spiessigen CD-Ständer und TV-Möbel dieser Welt.

Severin Buckingham

oceansize
Oceansize  – Effloresce (2003)

Warum: Weils perfekt zur aufblühenden Musik von den vielseitigen
Oceansize passt. Farblich wunderschön fliesst alles ineinander, um
perfekt zu harmonieren.

Nadja

iamabirdnow

Antony And The Johnsons – „I Am A Bird Now“ (2005)

„Der sensible Mensch leidet nicht aus diesem oder jenem Grunde, sondern
ganz allein, weil nichts auf der Welt seine Sehnsucht stillen kann.“
(Jean Paul Sartre)

Ruedi

The_Young_Gods_Self_Titled
The Young Gods: The Young Gods (1987)

Gestehen wir es unumwunden ein: Gewiss existieren bessere,
spektakulärere Covers als das an dieser Stelle anzuzeigende, aber es
war dem Schreiber schlechterdings unmöglich, Inhalt von Form zu trennen
– form follows function: Durchgesetzt hat sich diese Maxime
bekanntermassen in der Gestaltung im deutschen Raum konsequent im
Bauhaus (man beachte in diesem Zusammenhang auch das herausragende
Artwork der gleichnamigen Wave-Band). An eben diesem Konzept orientiert
sich m. E. das Titelbild der Young Gods.
Als ‚The Young Gods’ besagtes Album 1987 veröffentlichten, war die
Musikwelt bass erstaunt: Mutig radikal, knochentrocken, hart bis an die
Schmerzgrenze, ohne Gitarren (!), unverblümt Melodien konstruierend, um
sie unmittelbar wieder zu zerstören, traten die drei helvetischen
Mannen den das Business besetzenden langhaarigen Schönlingen des
Schmuserocks und den hüpfenden Discomädels mächtig in den
Allerwertesten. Damit bestellten sie Nine Inch Nails, Ministry, Nirvana
und Konsorten das Feld. Sampling und Lärm wurden fusioniert, womit sich
ein neuer Sound definierte.
Auf einer strukturierten grauen Felswand ist in Kapitälchen von links
nach rechts, mit leicht fallender Tendenz in einem sanften Bogen
geschwungen, „THE YOUNG GODS“ eingeritzt. Auf demselben Hintergrund,
wenn auch etwas dunkler im Grundton, finden sich auf der Rückseite des
Release drei Strichmännchen – Arme in die Höh’, Beine gespreizt –, das
Logo der drei intelligenten Noise-Artisten. Irgendwie kann man nicht
umhin, sich darob des stilisierten Wesens der Einstürzenden Neubauten
zu erinnern.
Auf der Rückseite des sonst schlicht gehaltenen Text-Heftchens
wiederholt sich das Titelbild, allerdings weitaus körperlicher: Auf der
Vorderseite eines Torsos, wohl maskuliner Natur, ist der Gruppen-Name
eingeritzt. Das ist keine Aufforderung zur Selbstverstümmelung, sondern
steht m. E. vielmehr als Sinnbild für die Musik der Young Gods:
schmerzhaft, unter die Haut gehend, eindringlich, schnörkellos direkt,
unprätentiös, vielschichtig, unkonventionell. Die drei Strichmännchen
fungieren durchaus als ironisches Element, das in Musik, Texten und
Auftritten der Young Gods unschwer zu erkennen ist.
Die unbestreitbar wichtigste, einflussreichste Schweizer Band der
letzten 25 Jahren zeigt, wie man ansprechende und anspruchsvolle Kunst
kreiert und zelebriert – in Ton, Wort und nicht zuletzt Bild. Gross-
und einzigartig.

Isabella

mymorningjacketz

My Morning Jacket – Z (2005)

Drei Vögelchen, die das Messer schwingen und eine Eule die auf dem
Seziertisch liegt… wenn das nicht zu Interpretationen anregt. Die
künstlerische Gestaltung dieses Covers ist ebenso speziell wie die
Szene selbst.

Werni

Dark-Side-sleeve

Pink Floyd – Dark Side Of The Moon (1973)

Zeitlose, schlichte Grafik, die inzwischen wohl fast jeder kennt.
Unglaublich, dass die Scheibe bereits 33 Jahre alt ist. Im Laufe der
Jahre gabs dann mindestens drei Versionen des Covers.

Sonja

thedolls

 The Dolls – The Dolls (2005)

Diesen Teppich wünsche ich mir fürs Wohnzimmer und die Vorhänge gleich passend dazu!