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Jahrescharts 2006 der Redaktion
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Jahrescharts 2006 der Redaktion

Erstellt am: 26.12.2006
Autor:
Erstellt am: 26.12.2006   Autor:

Specials

die Top 5 Alben und Songs der Redaktion

Das Jahr 2006 hat uns brilliante Alben und unentbehrliche Songs beschert, keine Frage. Nachfolgend die Lieblinge der Redaktion.

 

 

Nadja
Alben
Regina Spektor – Begin To Hope
Das Mädchen mit den grossen Augen kreiert mit „Begin To Hope“ das musikalische Pendant eines Romans von John Irving.

Damien Rice – 9
Beim ersten Hören mögen Sturm und Drang fehlen, aber mit der Zeit erschliesst sich einem dieses sublime Meisterwerk.

Amy Winehouse – Back To Black
Die smarte Londonerin überzeugt auch mit der Antithese ihres Debüts „Frank“: Harsche Grossstadtgeschichten, die jedoch in alter Manier mit viel Soul und Blues umgesetzt werden.

Nouvelle Vague – Bande A Part
Musterhafte Fusion harmonischer Bossa Nova und jeffersonartiger Reinheit, die nie die Contenance verliert.

Various – Vom chline Paris ond em Dänu wo’s hed inegnoh…
Hierbei handelt es sich um ein Mixtape von einer guten Freundin, das mir sehr ans Herz gewachsen ist, weil es mich an unvergleichliche Momente in französischen Bistros erinnert.
Songs

Sparklehorse – Shade And Honey
Nach dem Herzstück von “Laurel Canyon” habe bestimmt nicht nur ich ewig gesucht. Diese vier Minuten sind vielleicht nicht länger, aber ganz bestimmt wertvoller als andere.
Red Hot Chili Peppers – Hard To Concentrate
Hegel wäre stolz gewesen: Dialektik von Text und Melodie im Reinformat.
Paolo Nutini – Jenny Don’t Be Hasty
Der junge Schotte mit der rauen Stimme macht alles richtig: catchy tune und pikareske Lyrics.
Saint Jude’s Infirmary – The Church Of John Coltrane
Best wishes, young pup.
The Fray – Over My Head
„Kann man Tracks heiraten in Dänemark?“ (Absolute Beginner)


 

 

Tobias
Alben

Diverse Interpreten – Tropicália: A Brazilian Revolution In Sound
Musikgeschichte ist bei den souljazz records definitiv in den richtigen Händen: Ein beispielloses Dokument über eine der interessantesten Musikbewegungen des vergangenen Jahrhunderts – ausführlich und sehr spannend präsentiert.

Anouar Brahem – Le Voyage de Sahar
Mein Jazz-Album dieses Jahres: Kammermusik erster Güte, für unsere Ohren kommt natürlich noch die Spur Exotik hinzu, die unsere Faszination ins Unermessliche steigen lässt.

Tom Waits – Orphans: Brawlers, Bawlers & Bastards
An diesem meisterlichen Set führt schlicht kein Weg vorbei, besonders da der geniale Songwriter nicht allzu oft Alben veröffentlicht.

Bruce Springsteen – We Shall Overcome: The Seeger Sessions
Würde mich sonst generell keineswegs als Fans des ‚Boss‘ bezeichnen – bis auf das 82er Meisterwerk „Nebraska“ fand ich bislang alles ’nur‘ nett … aber dies hier lässt mich sofort zum Fan mutieren – Americana/Folk-Musik, wie sie genau meinen Wünschen entspricht.

Gotan Project – Lunático
Das innovative Konzept des Vorgängers „La Revancha Del Tango“ wurde erfolgreich fortgesetzt und ‚Lunático‘ gelang noch stärker als sein famoser Vorgänger; und das will was heissen.
Songs

Ali Farka Toure – Savane
Dieser Song offenbart sich schnell als das Highlight des gleichnamigen Albums, welches gemeinhin als das Stärkste des kürzlich leider verstorbenen Königs des ‚Desert Blues‘ gilt – Weltmusik wie sie kaum besser sein kann.

Bob Dylan – Ain’t Talkin‘
Diese neunminütige Ballade schliesst Bob Dylans neustes Album ab und macht es definitiv zu einem kleinen Meisterwerk. Sehr lässig, angenehm dunkel und richtig grossartig.

Joanna Newsom – Monkey & Bear
Eigentlich hätte die traumhaft schöne „Ys“ auch bei den Top-Alben erwähnt werden müssen – allerdings kenn ich dieses Album noch nicht lange genug, um mir wirklich sicher zu sein … anfängliche Euphorie verfliegt manchmal ja schnell. Mein Favorit auf dem Album ist aber immer noch derselbe wie vor ein paar Wochen, hat mich beim ersten Mal schon völlig verzaubert, hier sagt dir jeder Klang: ich bin genial. Bei jedem Hören etwas lauter und deutlicher. Grund genug um an dieser Stelle erwähnt zu werden.

Sarah Blasko – (explain)
Definitiv einer der schönsten Songs von der Newcomerin aus Australien, und sie hat da einiges auf Lager. Eine himmlische Ballade von unfassbarer, entrückter Schönheit.

Ghostface Killah – The Champ
DER Nackenausrenk-Track dieses Jahres findet sich auf Ghostface Killas allseits bejubeltem „Fishscale“: Ghost legt über einem von Just Blaze produzierten Instrumental-Monster richtig los, da gibt’s kein Zurück.


Nina
Alben
Bob Dylan – Modern Times
Weil ersterer den Anschluss an letztere glücklicherweise nicht verpasst. (Und weil man ja froh sein kann, dass er überhaupt noch tourt und veröffentlicht – das aber nur geflüstert, bzw. in Klammern…) (PS: am 29. April 2007 übrigens live im Hallenstadion zu besichtigen!)

The Raconteurs – Broken Boy Soldiers
Weil es Jack White schafft, die gefeierten White Stripes mit seinem Sideprojekt noch zu toppen und weil dieses im Gegensatz zur Stammband vollmundiger glücklich macht.

The Kooks – Inside In/Inside Out
Weil ich, als ich sie in London entdeckte, so was Frisches schon lang nicht mehr gehört hatte, und weil „Seaside“ morgens um vier so einiges veränderte.

Jan Delay – Mercedes Dance
Weil: „Reggae ist tot, jetzt ist Funk dran“. Weil: Hamburg City rules. Weil wohl noch selten jemand die Schüür an einem Mittwochabend so erschüttert hat, wie das Jan & Disco No. 1 getan haben. Und weil von Absolute Beginner über La Boom bis zu Jan Delay alles genial ist, was Eissfeldt anpackt.

Two Gallants – What The Toll Tells
Wegen der endlosen Balladen, wegen der verzweifelten Texte und weil der Sound von Two Gallants was ganz besonderes ist. Und weil es immer wieder erstaunlich ist, was man aus zwei Instrumenten so alles rausholen kann.
Songs
The View – Wasted Little DJ’s
Weil’s reinhaut und wegen der einmaligen Hookline „Asted-Way, Ittle-Lay, Eejays-Day“. Kultig!

Two Gallants – Steady Rolling
Weil Adam Stephens‘ Spiel und Stimme ganz speziell berühren, weil man dazu so gut mitjaulen und mitleiden kann und weil es mich an Paris im März erinnert.

The Strokes – You Only Live Once
Weil’s einfach ein guter Popsong ist. Trotz oder gerade wegen der Kommerzigkeit von The Strokes.

Shout Out Louds – Shut Your Eyes
Weil mir die eigentlich so kuschlig scheinende Band mit der Performance dieses Songs am Southside bei 30 Grad im Zelt aufgrund ausgelassensten Tanzens beinahe einen Kreislaufkollaps bescherte.

Eagles Of Death Metal – Cherry Cola
Weil einem dieser Track keine Chance lässt, sich dazu nicht zu bewegen und wegen des unsäglichen Porno-Schnauzers von Jesse Hughes.


Rafael
Alben
Scott Walker – The Drift
Endlos grosse schwarze Wände. Die Atmossphäre neu erfunden. Morbid, makaber, erschreckend, beängstigend gut!

Cerys Matthews – Never Said Goodbye
Stichwort „Spleens“. Cerys macht den erfrischensten, skurrilsten Pop dieser Zeit. Hochmodern und himmlisch – mit sehr komplizierten Melodien.

Bob Dylan – Modern Times [Rezension]
Der Meister mit zehn neuen Klassikern. Einer schöner als der andere.

Donald Fagen – Morph The Cat
Nicht zu übertreffender White-Soul-Jazz-Pop. Eine Platte wie aus einem Guss. Nobel und durchwegs perfekt.

Emily Loizeau – L’autre bout du monde
Die Newcomerin des Jahres mit zu Tränen rührenden Chansons. Bezaubernd und höchst charmant.
Songs

Blumfeld – Der Apfelmann
Weiter draussen kann man sich nicht bewegen – und doch: Näher als alles andere.

Joanna Newsom – Emily
Ein Epos von komplexer Dramatik, grosser Lyrik und zeitloser Klassik.

Le Volume Courbe – I Killed My Best Friend
Völlig skurril und nur ganz kurz: Nicht mehr als eine Luftblase, eine Idee, ein Satz. Aber höchst effektiv.

Augie March – One Crowded Hour
Räume und Landesgrenzen sprengende Aufbruchsstimmung. Ab nach Australien!

Barbara Morgenstern – Alles was lebt bewegt sich
Ein frischer Elektropoptrack, wo man dreieinhalb Minuten lang die Luft anhalten muss. Brisant und brillant.


Florentin
Alben
Band Of Horses – Everything All The Time
Dass ein Album sehr gut ist, merkt man meist schnell. Zeitlosigkeit erkennt man leider oft erst am Ende des Jahres. Oder noch später.

Sodastream – Reservations
Das neue Album zeigt die Australier nach „A Minor Revival“ wieder trauriger und zurückhaltender. Die angenehme Wärme, welche von ihrer Musik ausgeht, ist geblieben und wird mich über diesen und hoffentlich viele weitere Winter begleiten.
Lambchop – Damaged
Orchester, Bilder aus vergangenen Tagen, Witze über nikotinabhängige Versuchskaninchen und die erhabene Stimme Kurt Wagners. Es war eines der bewegendsten Konzerte in diesem Jahr, gerade auch wegen der grandiosen Songs vom neuen Album „Damaged“.
Tomte – Buchstaben über der Stadt
Vielleicht sind Tomte mittlerweile Kitsch. Oder waren es schon immer. Trotzdem mag ich dieses Album. Und zwar mehr als alle Tomte-Alben zuvor.
Centro-Matic – Fort Recovery
South San Gabriel’s Alter Ego-Band mit einer erneut grandiosen Vermengung trockener Riffs, Americana, Indie-Gitarren und balladesken Momenten.
Songs

Sparklehorse – Ghost In The Sky
Nach „Piano Fire“ ein weiterer, rockiger Beweis dafür, dass Mark Linkous nicht nur ein Meister der leisen Töne ist.

Peter Bjorn And John – Young Folks
Der vielleicht coolste Popsong des Jahres.

Belle & Sebastian – Another Sunny Day
Einer unter vielen sonnigen Hits auf dem neuen Album der geliebten Schotten, bzw. Schottinnen.

Guillemots – Little Bear
Die voluminösen Streicherteppiche und die dramatische Stimme stehen für den pathetischen Sound der Briten. Aber selten hat Pathos so ehrlich und echt geklungen.

Bonnie ‚Prince’ Billie – Strange Form of Life
Dieses vergleichsweise straighte Lied des Songwriter-Barden Will Oldham ist m.E. eines seiner besten überhaupt.


 

Philipp

Alben

Hot Chip – The Warning
Ein verspieltes, rotzfreches, unbekümmertes, elektropoppiges Meisterwerk, welches schlicht und einfach Spass macht.

The Mars Volta – Amputechture
Die Grossmeister übertreffen sich mal wieder selbst.

I Am X – The Alternative
Drogenkrank + Depressiv + Kreativ = Wunderbar.

She Wants Revenge – She Wants Revenge
Kälter als jeder sibirische Winter, da wird mir warm uns Herz.

Mono – You Are There
Für alle die gerne traurig sind
Songs

Killing Joke – Hosannas From The Basement Of Hell
Ein Stück, welches knappe 6 Minuten lang dermassen deftig, böse und monoton poltert und hämmert und trotz allem saumässig spannend ist gabs in diesem Jahr wohl nur einmal (okee, auf dem gleichnamigen Album von Killing Joke hats ein paar ähnlich wüste Knaller).
Justice – Let There Be Light
Die knarzige, verzogene Ausgeburt eines Synthesizers.
The White Birch – Your Spain
Zu friedlich, zu traurig, zu schön.
Wolfmother – Woman
’’Woman, you know that you’re a woman, you got to be a woman, I got the feeling of love’’…So muss Rock tönen, ausserdem kommt man beim Betrachten des schönen Geschlechts doch prompt auf die eine oder andere unflätige Idee.
Muse – Knights Of Cydonia
Ganz grosses Kino…


 
Michael R.
Alben
…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – So Divided
Diese Musik hat einfach alles, was man sich wünschen nur kann…

Blood Brothers – Young Machetes
Nicht hinhören ist schlicht unmöglich – pure Dringlichkeit darf niemals sterben!

Placebo – Meds
Das beste Album einer leider bereits zu etablierten Band – doch allem zum Trotz.

PJ Harvey – On Tour: Please Leave Quietly
Hier wird endgültig klar, wie wunderbar das musikalische Schaffen dieser Frau insgesamt überhaupt ist!

Swan Lake – Beast Moans
Etwas Neues, Verqueres – das mag ich so.
Songs

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Wasted State Of Mind
Wenn gute Songs noch besser umgesetzt werden.. Gott gab’s nie, …And You Will Know Us By The Trail Of Dead sind hingegen ganz real – verdamm‘ mich!

…And You Will Know Us By The Trail Of Dead – Sunken Dreams
Wenn Robert Smith sich fragt, wie die andern Seines noch besser machen!

Deftones – Hole In The Sky
Wenn Duran Duran sich damit konfrontiert sehen müssen, wie ihre einstigen Fans den „Duran Duran-Hit überhaupt“ komponieren und vertonen.

Placebo – One Of A Kind
Weil er mir aus dem Herzen spricht – so war/fühlte sich das damals an, s’ist so…

Reverend Beatman – A Letter
Die wunderbar bittere Schlussstrophe ist so hart und doch so wahr: „…But At The End, But At The Very End, But At The End, I Wrote A Letter To Myself…“!


Michael Z.
Alben

Billy Talent – II
Die Platte ist saugut und ich habe sie auf Reise während Wochen fast ausschliesslich angehört.

Sonic Youth – Rather Ripped
Sonic Youth klingen einfach unverkennbar, wenn sie aber Songs und nicht bloss Musik produzieren, macht es einfach mehr Spass zum Hören.

Daan – The Player
Freude herrscht.

Asleep – All These Things We’ll Never Need
Schlicht DAS Debutalbum des Jahres.

Hatebreed – Supremacy
Brachial und direkt. Musik, Texte und Auftritt. Das Brüllorgan von Sänger Jamey Jasta ist der Hammer.
Songs

Converge – Grim Heart / Black Rose
Mehr als neun Minuten dauert dieses zweiteilige Werk. Jonah Jenkins steuert „echten“ Gesang bei und wie eine Flutwelle reisst dieses Monster zum Schluss hin einfach alles mit.

Converge – Plagues
Treffender könnte der Songtitel nicht sein – und wuchtiger die Umsetzung auch nicht.

Lostprophets – A Town Called Hypocrisy
Wegen diesem Ohrwurm habe ich dreimal in das Album reingehört und es schliesslich gekauft. Mein Hit für dieses Jahr.

Motorpsycho – No Evil
Zuerst habe ich gedacht, dass mir dieser prägnante Gitarrenlauf nach wenigen Durchläufen aus den Ohren hangen würde – falsch.

Placebo – Follow The Cops Back Home
Eigentlich gehörte das Album ja auch unter die ersten Fünf des Jahres. Beim Prüfen hat mir dieser Song immerhin eine lokale Gänsehaut in der linken Nierengegend beschert.