Exit Music
best.music Februar 2012

best.music Februar 2012

Erstellt am: 09.03.2012
Autor:
Erstellt am: 09.03.2012   Autor:

Specials

Songs, die unser Team in den letzten Wochen in Trab gehalten haben. Heute unter anderem mit der Macht der Musik, dem Kalten Krieg, Goethe, der schon immer alles besser wusste, und sonstigen Schönheiten, alt wie neu!

 

Prefab Sprout – Music Is a Princess (2009)

„Let’s change the World with Music!“ Dieser Satz stammt nicht vom Etui eines kleinen Schulmädchens, sondern vom letzten Prefab Sprout-Album. Dieser Song schrammt nur ganz knapp an der Kitschgrenze vorbei und gewinnt seine Glaubwürdigkeit vor allem dadurch, dass er aus der Feder der grössten übersehenen Pop-Band aller Zeiten stammt. Da nimmt mal wieder jemand die Musik richtig ernst!

Lee Hazlewood – My Autumn’s Done Come (1966)

Eigentlich müsste Lee Hazlewood dafür berühmt sein. Stattdessen kennt man ihn für „These Boots Are Made For Walking“ (wenn man das Lied nicht vor allem wegen der schrecklich stillosen Jessica Simpson kennt).
http://www.youtube.com/watch?v=VMpi-2EEhLQ

James „Blood“ Ulmer – Black Rock (1982)
The Best of Both Worlds. Nicht Jay-Z und R. Kelly, sondern zwei andere afroamerikanische Schwergewichte sind hauptverantwortlich für die Musik von „Blood“: Jimi Hendrix und James Brown. Und da wäre noch ein gewisser Ornette Coleman…

Yvette – Cold Sweat (2012)
Ebenfalls unter dem Bann vom Godfather of Soul steht diese lärmende Truppe aus Brooklyn – könnte man wegen dem Titel dieses Songs zumindest denken. Die Heimat der Musik liegt aber eher in den trostlosen Maschinenfabriken in Detroit. Und zwar just zur Zeit als ein gewisser drahtiger junger Herr namens Iggy Pop auf Blechfässern rumhämmerte, weil er sich kein musikalisches Equipment leisten konnte. Raw Power!
http://www.youtube.com/watch?v=tV-joQT4meE

Lucila Campos – Toro Mata (1973)
Nicht nur für Leute, die hoffen, dass Matadore und andere Schergen dran glauben müssen – mit der berühmteste Song Perus in seiner definitiven Version.

Gilbert Becaud – Nathalie (1964)
Blöd, wenn sich die/der Geliebte auf der andern Seite des Eisernen Vorhanges befindet. Denn das führt zu einem beidseitigen Wettrüsten an Emotionen. Und wenn der „heisse Draht“ nicht funktioniert, könnte es zu einem atomaren Fallout kommen. Zweifellos romantischer als Eltons „Nikita“.

Birch Book – Empty Corner of the Page (2009)
Es kann gut sein, dass man sich beim Hören einer Birch Book-Platte plötzlich in einer fernen romantischen Gegenwelt wiederfindet. Das Knistern der Nadel am Ende der Platte holt einem wieder sachte in die Realität.
http://www.youtube.com/watch?v=7Nw8JXtsupk

Todd Terje – Inspector Norse (2012)
Ich glaube, dies ist die definitive Besieglung einer wunderbaren Freundschaft. Und einer hoffentlich endlosen Nacht.

Endstille – Bastard (2005)
Heute ist Black Metal für Hippies, Hipsters und Hunter Hunt-Hendrixes eine Blümchenwiese und Vehikel für spirituelle Selbsterfahrung. Aber Black Metal war mal Krieg. Hier nachzuhören…

Addaura – Solace Beneath a Greying Sky
Wer sich einmal in das Laut-Leise-Spiel verliebt hat, kommt nicht mehr davon los. Addaura beherrschen es mit markerschütternder Intensität; ihr Ambient Black Metal ist eher „Black Cascade“ als „Celestial Lineage“, wenn man sie schon unbedingt mit den Vorreitern ihres Genres vergleichen will. Zumindest als roter Teppich vor dem Thronraum macht sich Addaura bestens.

Doomtree – Bangarang (2011)
Das Kollektiv Odd Future ist soooo 2011… Nun kommt Doomtree! Allerdings ohne Dreier mit einer schwangeren Schlampe, dafür mit zeitlosem BoomBap jenseits von gut berechneter Provokation.

Joe Torres – Get Out of My Way (Ugly Woman) (1966)
Man muss nicht gerade betrogen worden sein, um das hier für den besten Song aller Zeiten zu halten. Allerdings hilft es…

Dietrich Fischer – Dieskau, Margrit Weber – Othmar Schoeck/ Goethe: Höre den Rat (1959)
„Höre den Rat! Höre diese Vertonung.“
– Goethe (visionär wie immer)