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Interview mit The Bishops
Interview mit The Bishops

Interview mit The Bishops

Erstellt am: 17.04.2009
Autor:
Erstellt am: 17.04.2009   Autor:

Interviews

Freundlich und mit herrlich britischen Look sowie Akzent beantworteten mir die Britrocker The Bishops ein paar Fragen. Hier die mehr oder minder präzise Übersetzung des Gesprächs.

Nach einer kurzen Verpflegung im wohl ungesündesten Restaurant überhaupt kamen wir am Abend des 2. April im Kulturwerk 118 in Sursee an. Der Abend war noch jung und die Bishops anscheinend noch im Hotel. Also lümmelten wir im winzigen Backstage-Raum mit den Jungs von 7 Dollar Taxi rum, welche einigermassen gelangweilt und scherzend auf ihren Auftritt warteten. So gegen halb zehn trudelten dann Mike (vocals, guitar) und Pete Bishop (vocals, bass) sowie Chris McConville (drums) ein. Freundlich und mit herrlich britischem Look sowie Akzent beantworteten sie mir ein paar Fragen. Hier die mehr oder minder präzise Übersetzung des Gesprächs.


Hallo Bishops, wer von euch ist Pete, wer ist Mike? (Die Zwillinge sind tatsächlich nicht auseinanderzuhalten). Ist es in Ordnung wenn meine Begleitung Angela ein paar Fotos von euch macht? (Leider war unsere Digicam in diesem Moment tot, die freundliche Merchandise-Verkäuferin lieh uns die ihre)

Mike: Hallo, na klar, macht Fotos, kein Problem.


Besten Dank dass ihr euch die Zeit für dieses Interview nehmt. Wie geht es euch?

Mike: Nicht schlecht, wir kommen gerade aus Innsbruck und sind etwa fünf Stunden gefahren. Aber es ist schön, heute in der Schweiz spielen zu dürfen, morgen sind wir in Rorschach. Wir sind mittlerweile drei Wochen auf Tour. Wir waren in Deutschland, Österreich und Italien und nun landeten wir in der Schweiz.


Ich habe eurer Homepage entnommen, dass ihr bisher beinahe täglich in halb Europa gespielt habt. Seid ihr nicht ein bisschen müde aufgrund dieses harten Programms?

Mike: Ja, ja, wir sind tatsächlich ziemlich beschäftigt. Seit wir die Tour begonnen haben, haben wir 17 Shows direkt nacheinander gespielt, ohne Pause, jeden Tag. Am Montag hatten wir die erste Pause. Als ich zum ersten Mal unser Programm gesehen habe, dachte ich ’bloody ass, a lot of shows’, aber wir geniessen es und haben Spass an der Sache. Ich dache nach 17 Shows sind wir schon ein bisschen platt, aber es stehen ja nochmals 17 an (allgemeines Gelächter).


Welches war bisher das beste Konzert der Tour? Wo ging das Publikum am heftigsten ab? Wo hattet ihr die beste Party
?
Pete: Alle waren ziemlich gut. Gerade das letzte in Innsbruck war sehr gut. Das Publikum war sehr nett, sehr locker. Das war Dienstagabend, wir hatten ne kleine Party und haben viel Ramazotti und Jägermeister getrunken. Ich hab ein bisschen vergessen, was genau passiert war (wieder Gelächter).


Seid ihr zum ersten Mal in der Schweiz?

Mike: Wir waren schon ein paar Mal hier, wir spielten in Zürich, in Basel und auch in Luzern, das ist ziemlich nahe von hier, oder?


Ja, so etwa 20 Kilometer von hier, ich wuchs dort auf. Konntet ihr die Stadt anschauen?

Mike: Nein, nicht gross


Oh, das müsst ihr mal tun, ist ’ne wunderschöne Stadt.

Mike: Wir haben an einem Ort gespielt, der nun geschlossen wurde, wie hiess es noch mal?

Die Boa?
Mike: Ja, da haben wir gespielt.

Soweit ich weiss, habt ihr euer Debutalbum ’The Bishops’ in den legendären Toe Rag Studios in London mit Liam Watson aufgenommen. Das neue Album habt ihr mit Brian O’Shaughnessy in den Bark Studios aufgenommen. Ich persönlich halte das neue Album für harmonischer, melodiöser und ruhiger. Was unterscheidet die beiden Alben eurer Meinung nach?
Mike: Das erste Album wurde ausschliesslich mit altmodischem Equipment aufgenommen. Das neue Album ist digitaler, also mehr Studio. Das Album ist auf jeden Fall anders als das Debut, vielleicht ein bisschen polierter. Das erste Album war rauer und undeutlicher, beim neuen haben wir mit Trompeten und so Zeugs gearbeitet, ich mag den Kontrast zwischen den beiden. Wir wollten ein bisschen anders klingen, ’that’s pretty cool’.


Ihr seid Zwillinge und Chris ist Schotte. Gibt es einen Bandleader bei euch? Einen der die Songs schreibt und ’befiehlt’ oder arbeitet ihr immer im Team?

Mike: Ich glaube das Songwriting übernehmen vor allem ich und Pete. Wenn wir glauben, ein paar Songs gefunden zu haben die uns gefallen, kommen wir mit Chris zusammen und arbeiten als ’The Bishops’ zusammen. Pete ist vielleicht ein bisschen mehr der ’Boss’ als ich, das ist gut so. Obwohl ich momentan rede, bin ich normalerweise ein bisschen mehr in Hintergrund.


Und du Chris, wie ist es mit den Zwillingen zu arbeiten? Das ist bestimmt nicht immer einfach
.
Chris: Ich denke…bei der ersten Probe, die wir machten, war der ’vibe’ schon sehr gut. Ich glaube, dass Bands mit Brüdern oft gut funktionieren. Ich denke, wenn du eine Band gründest, ist es manchmal schwierig, die passenden Musiker zu finden. Dass die beiden Brüder sind, sehe ich als Vorteil.


Eure Musik ist stark von den Beatles, den Kinks, den Stones, oder allgemeiner: den 60er Jahren und dem Rock’n’Roll inspiriert. Hört ihr aktuelle Musik oder laufen bei euch ausschliesslich die Originale aus den 60ern?

Mike: Natürlich hörten wir schon immer häufig Musik aus den 60ern. Wir lieben die alte Musik, doch natürlich hören wir auch neue Sachen. Ich persönlich höre zum Beispiel die Fleet Foxes oder Vampire Weekend gerne. Chris ist mehr vom Rock der 70er beeinflusst.

Ja, das wäre das gröbste, was ich von euch wissen wollte. Ich habe hier noch die Single ’The only place I can look is down’ auf Vinyl von euch. Die habe ich in London für etwa 1₤ gekauft und sie war bereits signiert. Könntet ihr diese nochmals signieren? Dann danke ich nochmals freundlich für das Gespräch, ich habe euch hier noch ein bisschen Schokolade mitgebracht, wenn man schon in der Schweiz ist sollte man sich diese nicht entgehen lassen.

Alle: Oooh, danke vielmals, sehr nett. Gehen wir uns noch das Konzert von 7 Dollar Taxi anschauen?

Und so geschah es auch. 7 Dollar Taxi spielten ein starkes Set aus altbekannten sowie neuen Songs (das neue Album ist bereits eingespielt, die Veröffentlichung sollte in Kürze stattfinden, genaueres dazu wird auf dieser Seite nachzulesen sein). Das Publikum war äusserst knapp gesät, doch immerhin etwa zwanzig Nasen haben den Weg ins Luzerner Hinterland gefunden. Nichtsdestotrotz spielten sich 7 Dollar Taxi den Schweiss auf die Stirn und bestätigten meine Annahme, dass die Burschen die wohl cleverste, spielfreudigste und britischste Luzerner Band überhaupt sind, ein weiteres Mal.
Nach kurzer Pause und solider Arbeit des Musikauflegenden enterten die Bishops die Bühne und spielten innert einer guten Stunde gegen 30 Songs (bei einer durchschnittlichen Dauer von etwa 2:30 Minuten eigentlich kein Wunder). Also hörte man die beiden bisher veröffentlichten Alben beinahe in voller Länge. Den adrett gekleideten Zwillingen beim Spielen zuzuschauen, machte jedenfalls ’nen Heidenspass. Das Publikum genoss die (beinahe) Privatvorstellung jedenfalls in vollen Zügen. Dankesehr.

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