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Interview mit Rumplestitchkin
Interview mit Rumplestitchkin

Interview mit Rumplestitchkin

Erstellt am: 11.07.2007
Autor:
Erstellt am: 11.07.2007   Autor:

Interviews

Wir bekamen die Möglichkeit, im Rahmen unserer kleinen Berichterstattung zum B-Sides Openair in Kriens, ein Interview mit der belgischen Band Rumplestitchkin durchzuführen. Bei tollem Wetter und noch tollerer Aussicht stellten wir Thomas (voc.) und Olivier (dr.) einige mehr oder minder spontane Fragen. Hier eine nicht allzu wortwörtliche Rekonstruktion des Gesprächs.

 

Guten Tag, die Herren. Wie geht’s und was hält ihr von dieser Aussicht?
Bestens. Und überwältigt, sehr schöner Ort hier…


Seid ihr gerade auf Tour oder ist dies euer einziges Konzert in der Umgebung?

Wir kommen direkt von Bruxelles und sind nur für dieses Konzert hier, so im Sinne eines kurzen Trips in diese schöne Region.

Ihr habt dieses Jahr eine neue Single, „Consider It Done“, veröffentlicht; ist diese Teil eines neuen Albums?

Wir schreiben gerade neues Zeugs, „consider it done“ ist auf Myspace anzuhören und auch auf CD erhältlich. Der Song wurde mit Tom Kestens (Das Pop) produziert – die Zusammenarbeit mit ihm klappte sehr gut, er hat ein gutes Gefühl für ’catchiness’, und ich denke, das hört man dem neuen Song auch an.


Woher nehmt ihr eure Ideen, welche Einflüsse spürt ihr und was hören die einzelnen Bandmitglieder am liebsten?

Sämtliche Bandmitglieder haben verschiedene Interessen und stammen aus verschiedenen Subkulturen. Je länger wir zusammen arbeiten und spielen, desto besser funktioniert der Austausch. Zu den Bands, die wir alle gerne hören, zählen Jimmy Hendrix, Radiohead oder The Notwist.


Was macht Belgien zu einem derart grossen Exportland für gute alternative Musik? Ich denke an Ghinzu, Goose, Deus oder Soulwax. Unterstützt der Staat diese Entwicklung gezielt, wie es in Skandinavien der Fall ist, oder sind die Belgier diesbezüglich besonders begabt?

In Belgien herrscht vor allem die Meinung, dass Covern kein Weg ist, um gute Musik zu machen. Alle Bands wollen ihr eigenes Ding durchziehen, was zu einer sehr grossen Vielfalt an Stilen und Kombinationen führt. Viele verschiedene Kulturen treffen in Belgien aufeinander, was sehr inspirierend wirkt. Wir sind offen für alles. Doch auch bei uns gibt’s eine Sprachgrenze, die wir deutlich merken. Die meisten Bands sind aus Flandern, dem nördlichen Teil Belgiens; vor allem in Städten wie Antwerpen oder Gent geht die Post ab. Ghinzu zum Beispiel stammen aus dem französischsprachigen Teil und waren in Flandern ziemlich lange völlig unbekannt. Langsam lockert sich die Sprachgrenze jedoch merklich.


Ihr habt für das vorletzte Album einen Track zusammen mit Daan produziert – „Voodoo Smile“ – wie war die Zusammenarbeit, wie unterscheidet sich Daans Arbeitsweise von eurer?

Daan arbeitet alleine, er ist mittlerweile mehr Produzent als Musiker, hat aber sehr viel Erfahrung. Sein erstes Album „Profools“ gefällt uns sehr gut. Die aktuellen Sachen von Daan hingegen nicht so sehr,  sie haben etwas Comic-haftes, alles muss in dieses Konzept passen. Eigentlich stehen wir nicht so auf Witze und Klamauk in der Musik.
Bei „Voodoo Smile“ war es so, dass wir Daan die aufgenommenen Spuren geschickt haben und er sich dann ein paar Wochen später mit seinen Vorschlägen bei uns meldete; wir haben dann noch Backing Vocals und solche Dinge angepasst und beigefügt.


Wie schreibt Ihr Eure Songs, aus was besteht das Grundgerüst, wenn ihr gemeinsam daran weiterarbeitet?

Wir versuchen uns ein bis zweimal pro Woche zusammenzusetzen. Meist stehen am Anfang die Gitarrenakkorde und die Gesangslinie, daraus entsteht dann gemeinsam der Song. Wir kennen uns mittlerweile so gut, dass wir einfach drauflosspielen können und es dann fühlen, wenn ein Song passt oder nicht.

Welches sind eure eigenen Lieblingssongs und weshalb?

’Stairs’ aus unserem ersten Album ist sehr gelungen, das Stück sagt am meisten über die Band aus. Und Olivier meint: Es ist ein Song, dem man in jeder Stimmungslage etwas abgewinnen kann; wenn du happy bist, macht der Song Spass, aber du findest dich auch darin, wenn du nachdenklich und melancholisch bist.

Besten Dank, du, viel Spass noch…

Mehr zum rundum überzeugenden Auftritt der sympathischen Belgier lest ihr im Festivalbericht .
Ein Dankeschön an Frank von „Lautstark“ für das Arrangieren des Gesprächs.


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Foto: Gautschi / Zuckschwerdt