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Interview mit My Name Is George
Interview mit My Name Is George

Interview mit My Name Is George

Erstellt am: 07.07.2006
Autor:
Erstellt am: 07.07.2006   Autor:

Interviews

Interview mit Albert den Dekker, Sänger von My Name Is George und bekennender Filmfan, am 18. Juni 2006.

George vs. Kant

Fernab der Menge johlender Fussballfans, dafür umgeben von australischen Kurzohrfledermäusen und eher leicht zu beeindruckenden amerikanischen Touristen, unterhalte ich mich mit Albert beim in der Nacht tatsächlich lächelnden Löwendenkmal. Und es war einfach so geil.

 

Wie geht’s?
Gut. Ich bin sehr glücklich.
Magst du das etwas ausführen?
Ich bin einfach sehr zufrieden. Es läuft prima mit der Band und, wie Du bestimmt gelesen hast, wir waren kürzlich in England. Darüber hinaus kommt unsere neue Platte sehr gut an und die Rezensionen sind durchwegs positiv. Ausserdem studiere ich seit November in Zürich.
Ja? Was studierst du denn?
Anglistik, das macht mir auch sehr viel Spass.
Cool. Hast du auch schon dein Nebenfach?
Nein, bisher nicht. Vermutlich wähle ich das im nächsten Semester; vielleicht werde ich mich für Germanistik entscheiden.
Du bist ich, genau diese Fächerkombination interessiert mich auch.
Und studierst du?
Noch gehe ich zur Schule.
Und wann fängst du mit dem Studium an?
Im Herbst in einem Jahr. Vielleicht aber auch ein Jahr später. Vielleicht auch nie. (lacht)
Weshalb?
Nun, es dauert halt einfach noch eine ganze Weile und ich lege mich ungern fest. Vielleicht heirate ich ja auch vorher.
Wirklich?
Nein.
Bist du verlobt?
Ach, Quatsch.
Dann muss das ja aber sehr schnell gehen.
Das war ja auch bloss eine Metapher…
…für: Man weiss nie, was passiert.
Exakt.
Und du, bist du auch glücklich?
Ja, ich schätze, dass ich das bin.
Ausser, dass die WM stattfindet und es deswegen keine Bar mehr gibt, wo man sich treffen kann, was? (Nadja lacht)
Genau. Wie lange dauert die denn überhaupt noch? Oh Gott, sowas darf man eigentlich gar nicht fragen, stimmt’s? (Albert lacht)
Weißt du, was Abseits bedeutet?
Nein, allerdings brauche ich das auch nicht zu wissen.
Weißt du, weshalb das Oberteil vom Torwart sich von den Oberteilen des Rests der Mannschaft unterscheidet?
Weshalb?
Damit man ihn vom Rest der Mannschaft unterscheiden kann.
Aha.
Was hast du gegen Fussball?
Diese ganze chose nervt mich einfach gewaltig.
Den Sport oder das ganze Drumherum?
Das ganze Theater, das darum veranstaltet wird. Und dass Leute, die sich ganze vier Jahre lang nicht dafür interessieren, plötzlich in den Trikots ihrer Lieblingsländer umherspazieren und Dinge schreien wie: „Schiess endlich! Schiess!“. Sowas finde ich echt furchtbar.
Ja, gerade ist das alles wirklich ein wenig verrückt. Mit all diesen Spielen.
Und mit all diesen Freaks.
Ja, stimmt. Ich sehe mir auch nicht jedes Spiel an; bloss jene von Holland. Das muss ich fast tun.

 

Aber zurück zur Band: Kannst du sie in weniger als fünf Sätzen beschreiben oder charakterisieren?
Nein.
Sieben?
Das ist extrem schwierig zu beantworten. Aber immerhin willst du nicht, dass ich die Musik charakterisiere.
Wart’s bloss ab, das wäre dann meine nächste Frage. (lacht)
(lacht) Nun, die Band – sie besteht aus fünf ganz verschiedenen Leuten, was ich für sehr wichtig halte. Es gibt fünf verschiedene Instrumente, fünf verschiedene Charaktere und fünf grundverschiedene Meinungen, und trotzdem verstehen wir uns wirklich gut.
Im Grunde ist es auch so, dass wir mehr reden als Musik zu machen; bei den Proben wird fast nur diskutiert und wir haben immer sehr viel Spass.
Zusammenfassend bleibt zu sagen, dass wir super zusammenpassen. Nicht bloss als Musiker, sondern auch als Menschen.

 

Kannst du jede Person aus der Band je einer Figur aus Literatur oder Film zuordnen?
Super Frage. (überlegt) Wenn ich das hätte vorbereiten können, dann hätte ich jetzt perfekte Antworten parat.
Das ist mir schon klar, aber das ist nicht der Sinn der Sache.
Nicht? In Ordnung, dann lass mich kurz nachdenken. (überlegt) Philip wäre der Protagonist aus „A Clockwork Orange“.
Oh je. Ob er das so gut findet? (lacht) Wer wärst du?
Vielleicht James Stewart. (überlegt) Es gibt viele Figuren, mit denen ich mich identifizieren kann, so beispielsweise mit Holden Caulfield aus „Catcher In The Rye“ oder mit einigen Helden Kafkas, aber eine bestimmte zu wählen, das ist ziemlich schwierig.

 

Nun, dann lass uns weitergehen. Was hörst du dir in deiner Freizeit so an?
Momentan fast ausschliesslich Bob Dylan, den ich aufgrund des Studiums wieder entdeckt habe; dieses Semester befassen wir uns mit Poesie und somit habe ich erfahren, dass er sich von bestimmten amerikanischen Dichtern, so beispielsweise T.S. Elliott, extrem hat beeinflussen lassen.
Echt?
Ja. Interessant, nicht? Nun, und ansonsten höre ich mir halt diverse Sachen an, eigentlich bin ich offen für alles, ausgenommen von Jazz.
Weswegen; was hast du gegen Jazz?
Damit kann ich einfach nichts anfangen. Ich besuche hie und da gerne ein paar Auftritte, aber zu Hause würde ich mir so was nicht anhören.
Du gehst also eher wegen der Stimmung als wegen der Musik hin, sehe ich das richtig?
Nicht unbedingt, ich finde es bloss spannender live, weil es gerade in diesem Moment passiert, weil man sieht, wie die Leute improvisieren und wie sie aufeinander reagieren, das alles fällt beim Hören auf CD weg.
Nun, da hast du Recht.

 

Du bist ein grosser Filmfan, welchen magst du am liebsten?
„Rear Window“ von Alfred Hitchcock, 1954, wenn ich mich recht erinnere. Der ist wirklich super gemacht, den könnte ich mir immer wieder ansehen. Aber ich mag auch „The Big Lebowski“ sehr.
Oh ja, der ist toll.
Davon würde ich behaupten, dass er einer der Lieblingsfilme der ganzen Band ist.
Das kann ich mir sehr gut vorstellen.
Im Grunde sehe ich mir aber alles Mögliche an, ich gehe auch sehr gerne ins Kino.
Ja? Letzter Kinofilm?
Ich glaube, das war „Mission Impossible 3“.
Letzter guter Kinofilm?
„Capote“.
Gute Wahl, den fand ich auch sehr bewegend.

 

Und sonst, wofür kann man dich im Leben generell begeistern? Abgesehen von scharfem Essen und Frauen in Uniformen, meine ich.
Das steht auf der Bandhomepage. Tanzen, singen, küssen…
Blicke, Lächeln, alte Filme, neue Filme…
…leise Musik, laute Musik…
und Sprachen. Was sprichst du denn alles?
Holländisch, englisch und deutsch, ausserdem von diversen Sprachen ein paar Sätze, Tschechisch beispielsweise.
Interessant. Und, dass das auf der Webseite steht, das ist mir schon bewusst; es ging mir auch mehr um die eher unbekannten Tatsachen, weißt du?
Ja, ich weiß. Mir fällt auch gerade ein, dass ich die Bücher ganz vergessen habe.

 

Zum Beispiel?
Ich bin ein grosser Fan von Shakespeare. Des Weiteren hat mir „Making History“ von Stephen Fry sehr gut gefallen, er ist ja auch Schauspieler, bei „V For Vendetta“ hat er mitgemacht. Er schreibt sehr humorvolle und spannende Bücher. Kennst du „Secret History“ von Donna Tartt?
Nein, worum geht’s darin?
Das musst du unbedingt lesen, es dreht sich um eine kleine Gruppe Griechischstudierender, das sind ungefähr fünf oder sechs Leute, die eine amerikanische Uni besuchen und sich mit der Zeit immer mehr zu einer abgeschotteten Vereinigung entwickeln.
Sie beginnen, sich in griechische Mythologie zu vertiefen und feiern Feste, welche denen der Griechen in Sachen Lebensfreude, drogenähnlichen Substanzen und vor allem der Ekstase in nichts nachstehen. So passiert es dann, dass sie, in Trance sozusagen, jemanden umbringen, und dann geht es darum, diesen Mord zu vertuschen. Und die Aussenwelt betrachtet dieses Treiben natürlich sehr argwöhnisch. Du musst es einfach lesen, es ist ein wirklich tolles Buch.
Sieht so aus, ja. Ich werde es mir zu Hause aufschreiben. Was magst du sonst noch?
Ich bin auch ein Fan holländischer Literatur und gerade – aus aktuellem Anlass – auch begeistert von der Poesie. Noch vor ein paar Jahren hätte ich das nie gedacht; ich hatte sehr lange grosse Mühe damit, weil sie eben so hart zu fassen ist, aber inzwischen finde ich das Ganze äusserst faszinierend.

 

Und wie denkst du im Nachhinein über eure Zeit in Grossbritannien?
Die finde ich nach wie vor super.
Und?
Und spannend. Aufregend. Erschöpfend. Interessant. (lacht) Wir haben innerhalb von fünf Tagen fünf Konzerte gespielt, waren also praktisch nur unterwegs und permanent zusammen, was so etwas wie ein Test war, um zu sehen, ob bei solch enger Zusammenarbeit Spannungen entstehen würden, was aber glücklicherweise nicht der Fall war. Ausserdem haben wir jeden Tag nur ganz kurz gespielt, ungefähr 45 Minuten, und den Rest der Zeit zum ausgiebigen Feiern genutzt.
Na, das kann ich mir ja vorstellen. Gab es ein spezielles Ereignis?
Da gab es viele, aber das darfst du nicht aufschreiben.
Ach so, in Ordnung.
Im Cavern Club zu spielen, das war natürlich der helle Wahnsinn, unter Anderem auch, weil dort ja die Beatles entdeckt wurden. Das war wirklich sehr cool. Und in Leeds haben wir den coolsten Club gefunden, den es gibt, der war voller junger englischer Leute, alle haben getanzt und die Musik war auch super. Den mussten wir aber auch verflucht lange suchen; Leeds ist überhaupt keine coole Stadt. (lacht)

 

Schreibst du eigentlich alle Texte?
Ja. Hey, ist das dein Diktiergerät?
Ja. Wenn ich das nicht hätte, müsste ich nachher alles erfinden.
Oh. Das darf man natürlich nicht. Von mir standen schon diverse Dinge in der Zeitung, die ich so nie gesagt habe.
Tatsächlich? Was denn zum Beispiel?
Hast du unseren ersten Artikel in der 20 Minuten-Zeitung gelesen?
Ja, das habe ich.
Der Autor, David, hat mich zuvor angerufen und meinte: „Hey, es ist ja so geil, dass ihr nach England fährt. Findest du nicht?“. Und ich habe dann halt bejaht. Jetzt steht da: „Albert sagt, es sei so geil!“.
Oh ja, als ich das gelesen habe dachte ich auch erst mal: „Oh je, wie unsympathisch!“. (lacht)
Findest du das unsympathisch?
Ein bisschen schon, ja.
Es ist halt auch einfach so untypisch für mich. Etwas Derartiges würde ich niemals sagen. Ich meine, ich sage doch nicht: „Das ist so geil!“. Und im Landboten stand, dass ich sagte, dass ich ein Rockstar werden will, was so auch nicht stimmt. Das ist wirklich immer so eine Sache mit dem korrekten Zitieren.
Nun, ich werde mir alle Mühe geben, alles in deinem Sinne wiederzugeben.

 

Ist es schon einmal vorgekommen, dass ihr auf der Strasse erkannt oder gar verfolgt worden seid?
Ja.
Und, war’s schlimm oder cool?
Schlimm. Was die Leute immer von einem wollen, das ist echt schrecklich. (lacht) Nein, Quatsch, es ist überhaupt nicht schlimm, wir freuen uns immer darüber. Vor allem währen der letzten Monate ist es in Zürich und Winterthur häufiger passiert, dass wir erkannt worden sind. Letztes Wochenende waren Philip und ich beispielsweise bei einem Open Air und dort haben andauernd irgendwelche Leute mit uns sprechen wollen, das war schon schön. Aber das geht dann nicht so weit, dass sie ein Autogramm haben wollen würden.
Nicht?
Nein, Autogramme geben wir bloss nach Konzerten, aber das ist dann auch eine andere Situation.

 

Wie sieht’s bei euch generell in Sachen Fans aus? Wie würdest du euer Verhältnis zu ihnen beschreiben?
Wir hassen sie selbstverständlich.
Natürlich, ja. Das war klar.
Die sind ja auch so furchtbar. (lacht) Nein, die sind natürlich toll. Es ist wundervoll, Fans zu haben. Früher waren wir ja selbst welche und die Tatsache, dass es jetzt Leute gibt, die all unsere Konzerte besuchen und unsere T-Shirts tragen und denen wir so viel bedeuten, wie unsere Idole uns damals, das ist schon ein sehr schönes Gefühl. Ich weiss noch, wie wichtig mir Musik war, so zwischen 13 und 20 Jahren, ich habe mir ununterbrochen dieselben Platten angehört, die haben mir so viel bedeutet und ich konnte natürlich auch alles auswendig. Echt toll, sich vorzustellen, dass es Menschen gibt, denen unsere Lieder etwas geben. Das ist einfach…
so geil? (lacht)
Genau. (lacht)

 

Was war dein erster Gedanken nach dem Fertigstellen des Albums „Wow!“?
Ich wollte bloss noch nach Hause, duschen und an etwas Anderes denken. Es war so unglaublich anstrengend; die ganze Sache hat enorm viel Planung, Zeit, Geld und Nerven gekostet, während des Zeitraums von einem Jahr ständig in Form von verschiedenen Sessions daran zu arbeiten – wobei wir bei der zweiten Session natürlich einige Dinger der ersten, bei der dritten solche von der zweiten etc. verbessern wollten. Dies bedurfte genauer Planung, und im Studio zu sitzen, das ist einfach bloss anstrengend. Wenn Philip beispielsweise seine Gitarre aufnimmt, sitzt du einfach nur dort. Oder du spielst 13 Mal und musst nachher wissen, ob das achte oder das zweite Mal besser war; wofür es natürlich auch einen Produzenten gibt, allerdings möchtest du dich da ja auch einbringen. Nun, das alles klingt jetzt schlimmer als es tatsächlich war, denn im Grunde war es sehr, sehr cool. Ganz zum Schluss, als alles fertig gemastert war, haben wir dann mit Champagner angestossen.

 

Schön. Nun, Frauen beschweren sich ja oft darüber, dass Männer ihre Gefühle nicht ausdrücken können. Würdest du sagen, dass die Musik für dich einen Weg darstellt, dies zu tun oder gibt es auch hier irgendwo eine Grenze?
Du findest, dass Männer keine Gefühle äussern können?
Warte mal, behauptet habe ich das ja nicht; es ist nicht so, als würde diese Theorie von mir stammen. (lacht)
Nun, so falsch finde ich das gar nicht. Frauen können das wohl schon besser, das denke ich schon. Männer können es nur in bestimmten Situationen; wenn man ihnen ein bisschen Zeit gibt und nicht allzu viel Druck auf sie ausübt, dann sind sie dazu sehr wohl fähig.
Tatsächlich glaube ich, dass diese ganze Sache evolutionär bedingt ist. Wenn Männer früher wilden Tieren gegenüberstanden, oder auch anderen Stammesangehörigen in Form eines Machtstreits, dann musste man eben nicht fähig sein, Gefühle zu zeigen, dann musste man einfach stärker sein.
Bei den Frauen war und ist das anders und ich finde das gar nicht so schlimm, denke ich.
Wie autobiographisch sind die Texte, inwiefern verleihst du denn deinen Gefühlen durch sie Ausdruck?
Nun, die Musik ist schon eine Art, loszuwerden, was einen beschäftigt. Allerdings nicht nur durch die Lyrics selbst, auch das Singen, Spielen & Tanzen stellen Wege dar, sich zu exponieren, dadurch lässt sich sehr viel loswerden und lösen. Und was die Texte im Besonderen anbelangt, so sind sie schon autobiographisch, jedoch immer ein wenig verschlüsselt, es ist also nie so, dass ich 1 zu 1 von einer wahren Begebenheit erzählen würde. Und manchmal erfinde ich auch etwas dazu, was so nie passier ist oder singe über jemanden, der aus verschiedenen Personen zusammengestellt wurde etc.

 

Interessant. Wie ist das bei meinem Lieblingslied…
…welches ist dein Lieblingslied?
Seventeen“.
Oh ja, du bist ja Seventeen.
Nun, ich frage beinahe jede Band nach einer Geschichte über meinen Lieblingssong, da mache ich bei dir keine Ausnahme. Also, kannst du mir etwas darüber erzählen?
Ich soll dir etwas Spannendes über „Seventeen“ erzählen?
Nun, es braucht nicht unbedingt spannend zu sein. Wenn ich es nachher für nicht interessant genug erachte, bleibt mir ja immer noch die Möglichkeit, etwas dazu zu erfinden. (lacht)
(lacht) Bei „Seventeen“ ist es so, dass das Lied im Grunde mit dem Titel entstanden ist. Philip und Daniel haben ein Stück geschrieben, dass es schon gab, bevor ich zu der Band getreten bin, und der vorherige Sänger hatte einen Text dazu, den ich dann eben neu machen und von dem ich bloss den Titel beibehalten wollte.
Ja, so war das. Und bei der Zahl 17 denkt man an dieses Alter, vielleicht an ein Mädchen, das 17 Jahre alt ist. „And she turns the other way, and there’s nothing left to say…
…but I want her to understand now…
…she’s not the one who’s in command now.” Genau. Es geht um einen Generationskonflikt. Manchmal hast du vielleicht das Gefühl, deine Eltern wären nie jung gewesen und du kannst dir nicht vorstellen, dass sie auch durchgemacht haben, was du gerade durchmachst.
„I have never been seventeen?“ – Das wäre dann der Part eines Elternteils. So im Sinne von: „Meinst du denn, ich sei nie 17 gewesen? Ich verstehe dich doch.“. Aber im Grunde weiss ich selbst nicht ganz genau, worum es in dem Lied genau geht. Es sind verschiedene Komponenten, die da mitspielen. 17 Jahre alt sein, die Liebe, das Tanzen. „She can do the moves like anyone, pretending she can catch the moment when it’s gone.“ Und es geht auch darum, im Moment zu leben. Bist du zufrieden?
Sehr, ja.

 

Eine letzte Frage hätte ich aber noch, und zwar steht auf eurer myspace.com-Seite, dass es euer einziges Ziel ist, die Leute glücklich zu machen.
Steht das da?
Ja. Wer hat den Text denn geschrieben?
Ich. (lacht)
Nun. (lacht) Ist das wirklich so? Gibt es nicht vielleicht noch einen anderen Zweck, den ihr mit eurer Musik verfolgt?
Wieso; findest du, dass das nicht reicht?
Ich würde mir nicht anmassen, das zu beurteilen, stehe jedoch solchen rein spass- oder glücksorientierten Bewegungen meist sehr skeptisch gegenüber.
Wie meinst du das?
Sagt dir der Name Epikur etwas?
Nein, was hat es damit auf sich?
Das ist ein Philosoph der griechischen Antike, dessen einzige Maxime es war, die grösstmögliche Lust zu erreichen.
So eine Art von Hedonismus?
Genau, ja.
Meinst du, wir seien Hedonisten?
Ich weiss es nicht. Seid ihr denn welche?
Also, ich schon. Und Philip auch.

Rezension zu „Black and Blue

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Foto: Nadja El Kinani