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Interview mit Bulbul

Interview mit Bulbul

Erstellt am: 17.06.2009
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Erstellt am: 17.06.2009   Autor:

Interviews

Im Rahmen des B-Sides Festivals bot sich mir die Gelegenheit für ein kurzes Interview mit den Österreichern von Bulbul. Ich traf das gutgelaunte Trio eine Stunde vor ihrem Konzert im Backstage-Bereich.

Ich freue mich sehr darauf, euch heute live zu erleben, an der Bad Bonn Kilbi letztes Jahr habe ich euch verpasst. Wie sind eure Erfahrungen in der Schweiz?

ME (Manfred Engelmayr: Gesang, Gitarrre): Wir hoffen immer, dass wir ungeschoren durch den Zoll kommen. Es gab da schon Probleme, als wir Zollgebühren für Merchandising vorstrecken sollten.

DH (Deerhunt: Bass, Gesang): Wir haben hier ja erst an einigen Festivals gespielt, das lief eigentlich immer gut und die Bad Bonn Kilbi ist ja eh super, vielleicht klappt’s nächstes Jahr wieder.

ME: Wir haben ja auf unserer CD dieses Stück „Where The Hell is DJ Fett“ drauf, das geht auch zurück auf eine Geschichte von Bad Bonn, der Dani (Fontana, Bad Bonn) hat vorgeschlagen,  dass wir was mit DJ Fett machen sollen, aber wir haben ihn dann nirgends gefunden, so ist als Blödelei der Spruch „Where The Hell is DJ Fett“ geboren, was wir dann tatsächlich noch für einen Song verwendet haben.

Spielt ihr eigentlich lieber an Festivals oder in Clubs?

DD  (DD Kern: Drums, Percussion, Gesang): Am liebsten im intimen Rahmen, so in Clubs für 200 Personen, wo man den Schweiss der Leute noch riechen kann.

ME: Die Bühne sollte auch nicht zu gross sein, als Trio fühlen wir uns nicht wohl auf riesigen Bühnen.

Wie seid ihr mit der aktuellen Situation zufrieden, ihr habt ja letztes Jahr auf Exile On Mainstream euer sechstes Album veröffentlicht, wie waren die Reaktionen?
ME: Die Reaktionen auf das Album waren mehrheitlich positiv, es gab aber auch einige, die hatten mit der Vielfältigkeit ziemlich Mühe, insbesondere  einige Metal Magazine.

DH: Exile On Mainstream sind sehr dahinter, dass es läuft, für die ist das Label echt ein 24h-Job, das ist schon toll.

Was läuft momentan bei euch, seid ihr auch mit Nebenprojekten aktiv?
DD: Ja klar, wir haben noch diverse andere Sachen am laufen, teilweise zusammen, teilweise sind nur einzelne von uns da involviert. Da sind Broken Heart Collector, Fuckhead oder das Stimmgewitter Augustin. Letzteres ist ein Obdachlosenchor, für den wir einen Backing Track aufgenommen haben.

ME: Es gibt in Wien auch noch einen Club unseres Vertrauens (www.rhiz.org), wo wir immer wieder Konzertprojekte durchführen können, beispielsweise haben wir mit Leonid Soybelman und Carla Bozulich dort gespielt.

Wie sieht es aus mit der Aufnahmeserie von bearbeiteten Umweltgeräuschen?
ME: Oh, das hat sich etwas erübrigt. Die ganze Art wie ich da gearbeitet habe, machte mir nicht mehr so viel Spass. Ausserdem hatte ich, nachdem ich die Aufnahmen mit den Fahrradgeräuschen gemacht hatte, keine zwingende Idee mehr.  Ich war damals noch in Berlin und wollte noch Aufnahmen mit Geräuschen im Spielcasino machen, aber das hat nie geklappt, sobald ich da mit Aufnahmegeräten auftauchte, musste ich aufgeben, das wird irgendwie nicht toleriert an diesen Orten…

Ok, das  war’s schon fast mit meinen Fragen. Was sind eure weiteren Pläne, habt ihr ein Ziel, eine Philosophie die ihr verfolgt?

DH: Ja, wir wollen mit 60 noch Free Jazz spielen an Festivals…

ME: …und jedes Jahr in die Schweiz fahren, damit wir die Windschutzscheibe mit den gekauften Autobahn-Vignetten bekränzen können…

DD: Wir spielen noch einige Konzerte, dann haben wir mittlerweile einiges an Material für „Broken Heart Collector“ zusammen,  das wir dann aufnehmen werden…einen festen Zeitplan gibt es allerdings nicht.

Ich habe gerade kürzlich den Film High Fidelity gesehen, die Typen, welche in dem Plattenladen arbeiten, haben für alle erdenklichen Situationen ihre Top 5-Listen. Ich möchte eine Liste von euch, vielleicht von Musik, die ihr an diesem Tag auf dem Weg hier hin gehört habt?

DD: Oh, ausgerechnet…heute haben wir irgendwie gar nicht Musik gehört, wir waren so drauf konzentriert, am Zoll keinen Stress zu kriegen…aber ok:
{xtypo_code}Bulbul’s Top 5 Anfahrtssongs an Konzerte:
1. Captain Beefheart –  Diddy Wa Diddy
2. Plainfield – Whisky and Wine
3. Joseph Spence – Good Morning Mr. Walker
4. Drahdiwaberl – Ganz Wien
5. Sun Ra – Enlightment
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