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M. Ward – Transistor Radio (2005) (Matador Records/Musikvertrieb)
M. Ward – Transistor Radio (2005) (Matador Records/Musikvertrieb)

M. Ward – Transistor Radio (2005) (Matador Records/Musikvertrieb)

Erstellt am: 01.04.2005
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Erstellt am: 01.04.2005   Autor:

Allgemein

Nostalgisches Meisterwerk


Bescheiden und arglos gibt sich M. Ward, obwohl er doch allen Grund hätte, mächtig stolz zu sein. Denn sein viertes Album „Transistor Radio“ entpuppt sich als wahrer Geniestreich, der sich zwischen altem Südstaaten-Blues und nostalgischem Country/Folk bewegt.

„‚Transistor‘ Radio is a collection of songs about radio power – specifically, childhood memories of a utopian radio power…“. Eine Hommage an die Kraft des Radios also, besser gesagt an das Radio der idyllischen alten Zeiten, als sich die Familien im tiefen Süden der USA an heissen Sonntagnachmittagen auf der schattigen Veranda um das Radio versammelten, um den Country- und Folk-Songs zu lauschen. Umso erstaunlicher zu erfahren, dass M. Ward, mit vollem Namen Matt Ward, aus San Louis Obispo, Kalifornien stammt und nun in Portland, Oregon ansässig ist. Denn seine Songs mit ihrem countryesken Grundton und den southern-style Vocals lassen eher einen älteren, bärtigen Cowboy hinter dem Mikrophon vermuten als einen schmächtigen Westküstler.
Tatsächlich betören M.Wards delikate Melodien, seine heisrig-schöne Stimme und sein vertracktes Gitarrenspiel – der Junge ist ein Genie auf der Gitarre! – durch ihre Authentizität und M.Wards arglose Performance. „Transistor Radio“ beginnt mit einem rein instrumentalen Cover von „You Still Believe In Me“ der Beach Boys. M.Ward macht den Song zu seinem eigenen und veredelt ihn mit seinem brillianten Gitarrenspiel. Lo-Fi-Töne wie auf dem grossartigen „One Life Away“ mit seinen berauschenden Harmonien erinnern an den Sound eines alten Grammophons und vermitteln Nostalgie pur. Ebenso „Fuel For Fire“ und „Radio Campaign“, ein wunderschön nachklingendes Duett mit Rilo Kileys Jenny Lewis. „Four Hours In Washington“ stellt sich als Tribut an die Schlaflosigkeit heraus und vermag die Unruhe und Ungeduld einer schlaflosen Nacht glaubwürdig zu vermitteln. Als Pendant zum Beach Boys-Cover endet das Album mit einer auf die Gitarre adaptierten Version von Bachs „Well-Tempered Clavier“. Die zahlreichen Special Guests, darunter Jim James (My Morning Jacket), Howe Gelb (Giant Sand) und Rilo Kileys Jenny Lewis geben M. Wards Songs eine zusätzliche, interessante Note.
Wunderbar nostalgische Songs sind auf „Transistor Radio“ zu hören. Stimmungsvoll erinnert uns M. Ward an die vergangenen Zeiten, als man sich um das Radio anstatt den Fernseher versammelte und die Radio DJs unabhängig von Mainstream-Musikgiganten ihre eigenen Lieblingssongs in die heimischen Stuben schickten. Er widmet daher sein Album „to the last of the remaining independent radio stations…“. Und ich danke ihm für sein bewegendes Meisterwerk.

Seit 22. Februar 2005 im Handel.

Anspieltipps: One Life Away, Paul’s Song, Lullaby & Exile
similar artists: Will Oldham, Neutral Milk Hotel

> Hören und Kaufen > Offizielle Seite > Label > CH-Vertrieb

Bio:

Obwohl man ihn seiner Stimme nach zu schliessen eher im Mississippi-Delta ansiedeln würde, ist Matt Ward (, der sich als Künstler nur M. Ward nennt, da das, wie er sagt, formeller und professioneller wirkt,) in San Louis Obispo, Kalifornien geboren und aufgewachsen. Mit fünfzehn begann er, seine Gedanken in Gedichtform niederzuschreiben und gründete mit zwanzig seine Band Rodriguez. Deren erstes Album „Swing Like A Metronome“ wurde von niemand geringerem als Grandaddys Jason Lytle aufgenommen. Nach dem Umzug nach Portland, Oregon kam M.Wards Solokarriere im Jahr 2000 ins Rollen, als Howie Gelb (Giant Sand) auf ihn aufmerksam wurde und sein Solodebüt „Duet For Guitars #2“ für sein eigenes Label Ow Om aufnahm, ein Jahr später gefolgt von „End Of Amnesia“. 2002 nahm seine Karriere einen weiteren Sprung nach vorn, als er von Bright Eyes Wunderkind Conor Oberst eingeladen wurde, als Opening Act für deren Fevers & Mirrors-Tour zu agieren. M. Wards drittes Album „Transfiguration Of Vincent“ hievte ihn endgültig in die Riege der ganz grossen Singer/Songwriter seiner Generation. Es folgten weitere Live-Auftritte mit anerkannten Indie-Grössen wie Jim James von My Morning Jacket und Conor Oberst anlässlich deren gefeierten „Songwriters Tour“ durch die USA, sowie der MoveOn’s Vote For Change Tour mit R.E.M. und Bruce Springsteen. M.Wards bezauberndes Gitarrenspiel und seine hinreissenden Vocals begeistern die Massen. 2005 erscheint sein neues Album „Transistor Radio“, dessen delikate Songs sich durch einige grosse Special Guests auszeichnen, darunter Jim James (My Morning Jacket) und Jenny Lewis (Rilo Kiley, The Postal Service).


Diskographie:
> Duet For Guitars #2 (2000)
> End Of Amnesia (2001)
> Live Music & The Voice Of Strangers (2001)
> Transfiguration Of Vincent (2003)
> Transistor Radio (2005)